Erschließung der Dokumente

Die Erschließung der Dokumente im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) für alle historischen Fragestellungen ist eine der vordringlichsten Aufgaben nach der Öffnung des Archivs für die Forschung. Die Ordnung der Sammlung ist im Laufe von über sechs Jahrzehnten an den Bedürfnissen eines Suchdienstes ausgerichtet worden, der Familien zusammenführt und Einzelschicksale klärt. Dementsprechend bildete die Zentrale Namenkartei den Schlüssel zu den Dokumenten. Die Ablage der Unterlagen erfolgte nach Opfergruppen.
Dieses Prinzip reicht jetzt nicht mehr aus, da Historiker nicht nur nach Namen, sondern auch nach Sachthemen, Ereignissen, Orten oder Nationalitäten fragen. Eine Erschließung nach wissenschaftlichen Kriterien ist erforderlich. Ziel ist die Erstellung von onlinefähigen Findbüchern, die sich an allgemein anerkannten fachlichen Standards (ISAD - International Standard on Archival Description) orientieren und deren Publikation im Internet.
Angesichts der Masse an Dokumenten wird es sich um ein langfristiges Projekt handeln. Der ITS wird jeweils Teilbestände erschließen, um zwischenzeitlich Ergebnisse präsentieren zu können. Zunächst werden bestehende Findmittel aufbereitet und in Form einer vorläufigen Beständeübersicht öffentlich zugänglich gemacht.
Die Findbücher werden Zug um Zug das bisherige Inventarverzeichnis ablösen, das bisher zumindest einen groben Überblick über die Bestände ermöglicht. Es handelt sich dabei jedoch um die Registratur eines Suchdienstes und weniger um das Inventarverzeichnis eines wissenschaftlichen Archivs. Für die Klärung von Einzelschicksalen war eine inhaltliche Beschreibung der Dokumenteneinheiten nur bedingt erforderlich. Es spielte auch eine untergeordnete Rolle für den Suchdienst, woher das Dokument kam. Der Wert ergab sich allein aus der Auskunft zum Schicksal einer Einzelperson.
Bei der Beschreibung der Archivalien folgt der ITS dem so genannten Provenienzprinzip, das die Entstehungsstelle der Dokumente als Kriterium für die Bestandsbildung festlegt. Die Ermittlung und Wiedergabe des Entstehungszwecks als Grundlage der Verzeichnung ist zugleich das Herzstück der Erschließungsrichtlinien im ITS. Leitmotiv der Erschließung sind die Transparenz und Nutzbarkeit. Die Findmittel müssen so aussagekräftig sein, dass Forscher daraus ersehen können, ob das einzelne Archivale für ihre Recherche von Nutzen ist.
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Inventarlisten
Die Papier- und Microfilmarchive werden seit einigen Jahren Schritt für Schritt digitalisiert. Die Teile der Bestände, die bereits digitalisiert sind, werden elektronische Archiveinheiten genannt.
Die digitalisierten Bestände des ITS-Archivs sind in vier verschiedene Teilbereiche gegliedert:
- Inhaftierung und Verfolgung
» Detailansicht zu 1. - Registrierungen von Ausländern und deutschen Verfolgten durch öffentliche Einrichtungen, Versicherungen und Firmen (1939 - 1947)
» Detailansicht zu 2. - Registrierungen und Akten von "Displaced Persons", Kindern und Vermissten
» Detailansicht zu 3. - Akten des Internationalen Suchdienstes und seiner Vorgängerorganisationen
» Detailansicht zu 4.
Stand: Februar 2009