Zuordnung der Dokumente
Informationsquellen in den ITS-Beständen sind Dokumente aus der
» Kriegszeit und der
Dementsprechend sind die Dokumente in diese zwei Abteilungen eingeordnet.
Dokumente aus der Kriegszeit
In der Abteilung Kriegszeit-Dokumente werden Unterlagen über Zwangsarbeiter verwahrt, die während des Zweiten Weltkrieges zum Arbeitseinsatz in das ehemalige Reichsgebiet gebracht wurden.
In dieser Abteilung werden eine Lokalisierung der im Antrag erwähnten Beschäftigungsorte und eine Überprüfung des Dokumentenbestandes anhand vorliegender Hinweiskarten bzw. der Informationen im elektronischen Archiv durchgeführt.
Nach Abschluss der Überprüfung erfolgt die Auswertung durch Sachbearbeiter, das heißt es wird eine chronologische Auflistung der im Dokumentenbestand zur angefragten Person vorkommenden Informationen erstellt. Anträge können in Deutscher, Englischer, Französischer, Italienischer, Polnischer und Russischer Sprache gestellt werden. Die Bescheide des Internationalen Suchdienstes können in allen Antragssprachen ausgestellt werden. Die Auskunftserteilung erfolgt kostenlos und sollte nach bis zu acht Wochen erfolgen.
Dokumente zu Zwangsarbeitern
Die Dokumente zu Zwangsarbeitern aus der Kriegszeit beziehen sich auf folgende Personen:
- Fremdarbeiter, die im Rahmen der Reichswerbung freiwillig nach Deutschland kamen;
- Fremdarbeiter, die von den deutschen Arbeitsämtern in den besetzten Gebieten dienstverpflichtet wurden;
- Nichtdeutsche Staatsangehörige, die zwangsweise durch deutsche Behörden, insbesondere im östlichen Raum, zum Arbeitseinsatz nach Deutschland transportiert worden sind.
Im Dezember 1945 und Januar 1946 erteilten die Oberbefehlshaber der Besatzungsmächte in den Westzonen Deutschlands (amerikanische, britische und französische) den deutschen Behörden den Befehl (Befehl §163), alle Nachweise sicherzustellen über Militär- und Zivilpersonen der Vereinten Nationen und alle anderen Ausländer, deutsche Juden und staatenlose Personen, die nach dem 2. September 1939 sich in diesen Gebieten befanden oder dorthin verbracht worden waren.
Aus den Gebieten der Sowjetischen Besatzungszone, die damals von den US-Truppen besetzt waren, liegen ebenfalls Unterlagen vor.
Nachfolgende Dokumente sind im Bestand enthalten:
- In der Erfassungszeit anwesende Ausländer
- Verstorbene Ausländer
- Grablagemeldungen
- Eheschließungen von Ausländern
- Geburten von Ausländern
- Ausländer die sich während des Krieges vorübergehend
- oder dauernd in einer Stadt oder Gemeinde aufgehalten haben
- Hinterlassenes persönliches Eigentum von Ausländern
- Ärztliche und gesundheitliche Aufzeichnungen von Ausländer
- Gerichtliche und behördliche Aufzeichnungen über Ausländer
- Ausländer, die in den Unterlagen von Kranken- und Rentenversicherungsträgern sowie Arbeitsämtern erscheinen
Dokumente aus der Nachkriegszeit
In dieser Abteilung befinden sich Dokumente über verschleppte Personen, die nach dem Krieg von den internationalen Hilfsorganisationen auf dem Territorium der heutigen Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und England betreut wurden.
In dieser Abteilung wird eine Lokalisierung der im Antrag erwähnten Aufenthaltsorte (zum Beispiel DP-Camps) und eine Überprüfung anhand der vorliegenden Hinweiskarten, bzw. der Informationen im elektronischen Archiv, im Dokumentenbestand durchgeführt.
Nach Abschluss der Überprüfung erfolgt die Auswertung durch Sachbearbeiter, das heißt eine chronologische Auflistung der im Dokumentenbestand für die angefragte Person vorkommenden Informationen wird erstellt.
Dokumente über Repatriierung und Emigration
Aus der Zeit zum Ende des Zweiten Weltkriegs und danach liegen in den ITS-Archiven Unterlagen der Hilfsorganisationen UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) und der IRO (International Refugee Organization) sowie verschiedener anderer Hilfsorganisationen.
In diesen Beständen werden die Auslandsrückholung (Repatriierung) von Displaced Persons (DP) bzw. verschleppten Personen und auch die Emigration von Personen durch die Folgen des Weltkriegs dokumentiert.
Folgende Dokumente stehen zur Verfügung:
- Originalkarteikarten (DP-1, DP-2)
- Krankenpapiere und Bücher
- C/M1-Akten (Care and Maintenance)
- ICEM-Unterlagen (Intergovernmental Committee for European Migration)
- Fragebogen für Displaced Persons (Überprüfungsbogen)
- UNHCR-Unterlagen
- Hongkong-Akten
- Verschiedene Listen
Die vorliegenden CM/1-Akten und Displaced-Persons-Fragebögen beziehen sich auf ca. 250.000 Familien, woraus sich Informationen für ca. 850.000 Personen ergeben. In diesen Fragebogen mussten die damaligen Displaced Persons (DP) Angaben über ihren Aufenthalt in den letzten 12 Jahren machen.
Weiterhin liegen dem Internationalen Suchdienst Unterlagen der IRO und ICEM (Intergovernmental Commitee for European Migration) von 1948 bis 1970 vor. In diesen Unterlagen sind alle ehemaligen DP erfasst, die von Westdeutschland, Frankreich und Italien per Schiff oder Flugzeug in andere Länder ausgewandert sind.
Dokumente zu Auswanderungen über das AJDC (American Joint Distribution Committee) nach Palästina und Israel sind ebenfalls vorhanden. Von ca. 2.500 Displaced-Persons-Camps liegen dem Internationalen Suchdienst weitere Bestands-, Ankunfts- und Überstellungsunterlagen vor.