Zwangsarbeit

Im Archiv des Internationalen Suchdienstes liegen Einzeldokumente zu Zwangsarbeitern vor, die während des Zweiten Weltkrieges zum Arbeitseinsatz in das ehemalige Reichsgebiet gebracht wurden. Dazu zählen Arbeitsbücher, Versicherungsunterlagen, Krankenakten sowie Meldekarten von Behörden, Krankenkassen und Arbeitsgebern.

Die Dokumente zu Zwangsarbeitern aus der Kriegszeit beziehen sich auf folgende Personen:

  1. Fremdarbeiter, die im Rahmen der Reichswerbung freiwillig nach Deutschland kamen;
  2. Fremdarbeiter, die von den deutschen Arbeitsämtern in den besetzten Gebieten dienstverpflichtet wurden;
  3. Nichtdeutsche Staatsangehörige, die zwangsweise durch deutsche Behörden, insbesondere im östlichen Raum, zum Arbeitseinsatz nach Deutschland transportiert worden sind.

Im Dezember 1945 und Januar 1946 erteilten die Oberbefehlshaber der Besatzungsmächte in den Westzonen Deutschlands (amerikanische, britische und französische) den deutschen Behörden zudem den Befehl §163. Danach mussten diese alle Nachweise sicherstellen über Militär- und Zivilpersonen der Vereinten Nationen und alle anderen Ausländer, deutsche Juden und staatenlose Personen, die sich nach dem 2. September 1939 in diesen Gebieten befanden oder dorthin verschleppt worden waren. Aus den Gebieten der Sowjetischen Besatzungszone, die damals von den US-Truppen besetzt waren, liegen ebenfalls derartige Unterlagen vor.

In den jeweiligen Stadt- und Landkreisen wurden Suchstellen eingerichtet, deren Aufgabe es war, alle auffindbaren Unterlagen zu sammeln bzw. Listen aufgrund der vorliegenden Unterlagen zu erstellen. Nachfolgende Dokumente sind im Bestand enthalten:

  • In der Erfassungszeit anwesende Ausländer
  • Verstorbene Ausländer
  • Grablagemeldungen
  • Eheschließungen von Ausländern
  • Geburten von Ausländern
  • Ausländer, die sich während des Krieges vorübergehend
  • oder dauernd in einer Stadt oder Gemeinde aufgehalten haben
  • Hinterlassenes persönliches Eigentum von Ausländern
  • Ärztliche und gesundheitliche Aufzeichnungen von Ausländern
  • Gerichtliche und behördliche Aufzeichnungen über Ausländer
  • Ausländer, die in den Unterlagen von Kranken- und Rentenversicherungsträgern sowie Arbeitsämtern erscheinen

« Zurück zur Gliederung der Teilbestände

Inventarlisten

Die Papier- und Microfilmarchive werden seit einigen Jahren Schritt für Schritt digitalisiert. Die Teile der Bestände, die bereits digitalisiert sind, werden elektronische Archiveinheiten genannt. Die digitalisierten Dokumente aus dem ITS-Archiv sind in verschiedene Teilbestände gegliedert.

» Zu den Inventarlisten