
Effekten im Archiv des ITS
Der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen bewahrt in seinem Archiv noch circa 2.900 Effekten, von denen die einstigen Eigentümer namentlich bekannt sind. Die persönlichen Gegenstände stammen hauptsächlich aus den Konzentrationslagern Neuengamme (2.400) und Dachau (330). Daneben befinden sich Gegenstände einiger weniger Häftlinge der Gestapo Hamburg, aus den Konzentrationslagern Natzweiler und Bergen-Belsen sowie den Durchgangslagern Amersfoort und Compiègne darunter.
Ziel des ITS ist eine Rückgabe der Effekten an ehemalige Verfolgte und Familienangehörige. Daneben können Gedenkstätten, Partnerorganisationen, Journalisten und die interessierte Öffentlichkeit die auf dieser Website hinterlegte Liste einsehen, wenn sie den ITS bei der Suche nach ehemaligen Eigentümern und ihren Familienangehörigen unterstützen wollen. Die Liste ist nach Vor- und Nachnamen sowie Geburtsdaten recherchierbar.
Bei den Effekten handelt es sich um persönliche Gegenstände, die Häftlingen bei ihrer Einlieferung ins Konzentrationslager abgenommen wurden, wie etwa Brieftaschen, Ausweispapiere, Fotos oder Briefe. Geld und Wertgegenstände hatten die Nationalsozialisten damals konfisziert. Die Effekten haben von daher in der Regel keinen materiellen, aber einen hohen ideellen Wert für die Familienangehörigen.
Die ehemaligen Eigentümer der Effekten waren überwiegend politisch Verfolgte. Vermutlich sind Angehörige aller Nationen darunter, deren Länder von den Nationalsozialisten besetzt wurden. Die Mehrzahl unter ihnen sind Osteuropäer. Jüdische Inhaftierte sowie Sinti und Roma sind dagegen nur in Ausnahmefällen zu finden.

