Digitalisierung des Archivs

Beim Internationalen Suchdienst lagern Dokumente von enormer historischer Bedeutung. Ihre Digitalisierung dient der Sicherung der Dokumente und macht den manuellen Gebrauch der Originalpapiere unnötig. Daher kommt der Verwaltung des digitalen Archivs, auf das Historiker für ihre Recherche in Bad Arolsen und die Mitarbeiter des ITS für die Beantwortung von Anfragen zugreifen, höchste Bedeutung zu.
In einem Großprojekt, das zurzeit etwa ein Drittel der Mitarbeiter bindet, ist der Internationale Suchdienst mit der Digitalisierung seiner Bestände beschäftigt. Eine Herausforderung stellen die Masse und die Verschiedenartigkeit der Unterlagen dar. Lose Blätter, Fragebögen, Karteikarten und gebundene Bücher in allen erdenklichen Formaten müssen möglichst papierschonend digitalisiert werden.
Rund 85 Millionen Abbildungen und mehr als 6,5 Terabyte an Daten konnten bisher digitalisiert werden, darunter:
- Dokumente zu Konzentrationslagern, Ghettos und Gefängnissen (ca. 18 Millionen Abbildungen),
- die Zentrale Namenkartei des ITS (ca. 42 Millionen Abbildungen),
- Registrierungskarten von Displaced Persons (ca. 7 Millionen Abbildungen) sowie
- Dokumente zum Thema Zwangsarbeit (ca. 13 Millionen Abbildungen)
- Dokumente zu DP Camps und zur Emigration (4,5 Millionen Abbildungen).
Derzeit wird die Korrespondenz des ITS mit Opfern, ihren Familienangehörigen und Behörden gescannt. Noch offen sind die Bestände des Kindersuchdienstes sowie die so genannten Sachdokumente. Rund 85 Prozent der beim ITS lagernden Originaldokumente konnten bereits digitalisiert werden. Bis Ende 2011 soll die Digitalisierung sämtlicher historischer Dokumente ihren Abschluss finden. Der genaue Zeitraum für das Scannen der Korrespondenzfälle ist noch offen.