Konservierung der Dokumente

Die Bestände des ITS in Bad Arolsen sind ein einmaliges historisches Gut. Um diese Papierarchive für die Nachwelt zu erhalten, ist nach ihrer Digitalisierung eine Langzeitkonservierung notwendig. Dabei stellt nicht nur die Menge, sondern auch die Verschiedenartigkeit des Papiers höchste Ansprüche an die Archivare. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges nahm die Güte des Materials spürbar ab, so dass die Papiere stark säurehaltig sind und damit schneller verfallen. Bemerkbar macht sich auch das Fehlen eines Archivgebäudes mit einer konstanten Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur.
Erst die genaue Kenntnis der Schadensbilder ermöglicht die Anwendung konkreter Behandlungsmethoden. Im Jahr 2001 hat der Internationale Suchdienst eine Schadensanalyse erhoben. Anhand dieser Untersuchung wurde eine Prioritätenliste erarbeitet, der zufolge jährlich ein Teil der Dokumente restauriert wird. Die Beschädigungen an den Originaldokumenten sind von unterschiedlichen Ausmaßen. Über viele Jahrzehnte wurden die Dokumente als Arbeitspapiere genutzt. Dies hat Spuren hinterlassen. Es geht um Verklebungen, Laminierungen, Metallkontaminationen oder auch mechanische Schäden wie etwa Risse.
Obwohl die Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten beim ITS schon mehrere Jahre durchgeführt werden, sind noch immer Millionen von einzigartigen Dokumenten in einem kritischen Zustand. Daher werden heute Massenverfahren angewendet. Die Papiersäure wird neutralisiert, Laminierungen jeglicher Art werden entfernt, Schriftbilder fixiert und mechanische Beschädigungen, wie Risse und Fehlstellen behoben. Insgesamt wurden bisher knapp zwei Millionen Objekte aus dem Bestand des ITS behandelt. Bis zum Jahr 2018 können alle Dokumente zu Inhaftierungen restauriert sein.