Internationaler Suchdienst Arolsen

Frühe Zeugnisse und Texte Überlebender

März 2012 – Seminar Universität Gießen/Arbeitsstelle für Holocaustliteratur

In Kooperation zwischen dem Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) und der Universität Gießen/Arbeitsstelle für Holocaustliteratur befassen sich elf Studierende in einem dreitägigen Seminar mit frühen Zeugnissen und Texten Überlebender. Im Archiv des ITS lassen sich dazu Fragebögen der Alliierten finden, die direkt nach dem Krieg von den Überlebenden selbst ausgefüllt wurden. Sie sind die ersten skizzierten Erinnerungen von den Betroffenen. Daneben werden aus den Anfangsjahren der Institution die Kindersuchakten und Korrespondenz zwischen den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung, deren Angehörigen und dem ITS eingesehen.

Die Studenten analysieren, wie die Überlebenden zu den unterschiedlichen Zeitpunkten über ihr Leben berichteten. Sie gehen auch der Frage nach, inwiefern die Erzählungen dazu beigetragen haben, das eigene Leben weiterführen zu können und welche Sinnhorizonte erzeugt wurden. Ein besonderes Augenmerk legen die Studierenden auch auf Überlebende, die ihre Erfahrungen in literarischen Werken verarbeitet haben, wie etwa Jurek Becker und Solly Ganor. Zu ihren Schicksalen finden sich ebenfalls Unterlagen im Archiv des ITS. Der Suchdienst möchte mit diesem Seminar erreichen, dass diese ersten ‚Zeugenaussagen‘ von der Forschung und Pädagogik wahrgenommen werden.

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