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Das im Oktober 2010 gestartete Projekt European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) mit 20 Partnerorganisationen aus 13 Ländern - darunter auch dem ITS – hat einen ersten Zwischenbericht zu seiner Arbeit vorgelegt. Er bietet eine Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse aus zahlreichen internationalen Workshops, Umfragen, Erhebungen und Arbeitsgruppen. Ziel von EHRI ist bis September 2014 die Schaffung eines Online-Portals, das einen Überblick über die weltweit verstreuten Archivmaterialien zum Thema Holocaust bietet und den Forschern einen besseren Zugang ermöglicht.
Gerade die Recherche von Holocaust-Themen fordert Wissenschaftlern viel Geduld und Reisefreudigkeit ab. Ein Teil der Dokumente verblieb in den von Deutschland besetzten Gebieten, ein anderer Teil wurde von den alliierten Siegermächten mit heim genommen und weitere Sammlungen sind in verschiedenen deutschen Archiven zu finden, deren Bestände nach Tätern, Opfern oder anderen Kriterien zusammengetragen wurden.
EHRI-Zwischenbericht zum Download (Zeitraum Oktober 2010 bis März 2012)
EHRI-Flyer zum Download
EHRI hat allein 1.500 Institutionen ausgemacht, die Materialien zum Thema Holocaust sammeln. Die 200 wichtigsten Archive darunter werden derzeit im Hinblick auf ihren Service für Nutzer und die Infrastruktur der Sammlungen untersucht. Besonders im Blick hat EHRI auch die osteuropäischen Länder, da sich hier noch unerschlossene Bestände befinden, die für die Forschung von Interesse sind. „Ein enormer Vorteil des Projektes ist bereits jetzt die engere Zusammenarbeit der Archive und Institutionen, die sich mit dem Thema Holocaust befassen“, berichtet der projektverantwortliche beim ITS, Archivar Karsten Kühnel. „Diese fördert das Networking und die Kenntnis der anderen Einrichtungen auch jenseits des Projektes.“
Zurzeit werden einheitliche Guidelines für die Erschließung und Darstellung von Archivbeständen im Internet sowie Richtlinien für Fragen des Datenschutzes erstellt. Geplant ist auch ein mehrsprachiger Thesaurus, um die vielen Orte, Institutionen, Geschehnisse und Strukturen der NS-Verfolgung verständlich darstellen zu können.
Darüber hinaus wurden 280 Wissenschaftler auf internationaler Ebene bei einer Online-Umfrage zu ihren Bedürfnissen, Recherchegewohnheiten, Forschungsanliegen und Erfahrungen im Umgang mit Archiven befragt. Die Forschungsprojekte von zwölf jungen Wissenschaftlern fördert EHRI derzeit. Ebenfalls Gedanken machen sich die Projektpartner über die Möglichkeiten eines wissenschaftlichen Austausches im Internet, indem sie vorhandene Plattformen analysieren und auf dieser Basis eine virtuelle Forschungsumgebung schaffen wollen.
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