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418 Karten aus der Zentralen Namenkartei kehrten zurück

Anlässlich des Historiker-Workshops zum Thema Todesmärsche hat Tomas Fedorovic von der Gedenkstätte Theresienstadt dem Internationalen Suchdienst (ITS) 418 Originalkarten aus der Zentralen Namenkartei zurückgeben können. „Vermutlich wurden die Karteikarten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges dem tschechischen Suchdienst zur Verfügung gestellt und sind wegen des aufkommenden Ost-West-Konfliktes dann nicht zurückgekehrt“, so Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung beim ITS.

Die Karten aus der Zentralen Namenkartei bieten Informationen zu tschechischen Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung, die offenbar sämtlich ermordet wurden. Darunter sind auch Hinweise zu Opfern von Todesmärschen, insbesondere aus dem Konzentrationslager Flossenbürg. „Wir werden jetzt alle Einträge in Ruhe prüfen und auswerten, ob sie für uns neue Anhaltspunkte enthalten“, verspricht Urban. „Nach einigen Stichproben scheinen uns noch unbekannte Informationen dabei zu sein.“

Die Zentrale Namenkartei des ITS umfasst insgesamt 50 Millionen Hinweiskarten zum Schicksal von 17,5 Millionen Menschen. Sie ist der Schlüssel zu den Dokumenten und das wichtigste Findmittel bei der Recherche nach Einzelschicksalen der NS-Verfolgung. Die Gedenkstätte Theresienstadt hat die jetzt überreichten Karten gescannt, damit die Informationen zum Schicksal der Ermordeten auch in Tschechien weiterhin vorliegen.