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50 Besuche beim ITS

Christian Alexander Wäldner von der Leibniz Universität Hannover.

Christian-Alexander Wäldner hat diese Woche zum 50igsten Mal den International Tracing Serivce (ITS) in Bad Arolsen besucht. „Ich habe schon zu einigen Themen im Archiv des ITS recherchiert“, so der Historiker. „Derzeit arbeite ich an einem Medientisch für eine Ausstellung in der Gedenkstätte Ahlem, der Orte der nationalsozialistischen Verfolgung im Landkreis Hannover darstellen soll.“ Für dieses Projekt geht Wäldner die kürzlich von der UNESCO in das Register des Weltdokumentenerbes «Memory of the World» aufgenommene digitalisierte Zentrale Namenkartei durch.

Sein Schwerpunkt des heutigen Besuchs liegt auf der Recherche nach einzelnen Lebenswegen von Zwangsarbeitern. Dafür sieht er sich neben den Namenskarten auch die Listen der Allgemeinen Ortskrankenkasse genauer an. „Mit meiner Arbeit will ich zeigen, dass überall Zwangsarbeiter eingesetzt wurden und dagegen arbeiten, dass Aussagen wie ‚Wir haben nichts mitbekommen‘ nicht stimmen können“, sagt der 43-Jährige. Während seiner Forschungsarbeit konnte er bereits einige Erkenntnisse gewinnen. „Es ist auffällig, dass oft ganze Familien zusammen verschleppt wurden“, so der Wissenschaftliche Mitarbeiter der Leibniz Universität Hannover. Mehr will er jedoch noch nicht verraten, da er auch an seiner Dissertation zum Thema „Zwangsarbeiter an Hochschulen und Universitäten während des Nationalsozialismus“ arbeitet.

Bei seinem ersten Besuch in 2008 ging er Schicksalen von verfolgten Homosexuellen nach. Gemeinsam mit Rainer Hoffschildt reiste er damals nach Arolsen, um Informationen für das Schwullesbische Archiv Hannover (SARCH) zu sammeln. Das SARCH ist eine von dem Schwulenaktivisten Hoffschildt erstellte und betreute private Sammlung zum Thema Homosexualität mit dem Ziel, Material für die Homosexuellenbewegung und andere Interessierte bereitzustellen. Die thematischen Schwerpunkte liegen dabei in der Geschichte der Homosexuellen und in der Ermittlung des Schicksals homosexueller Opfer des NS-Terrors.