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Abschied von ITS-Direktor Reto Meister

Mit einer Jahresabschlussfeier haben die Mitarbeiter des Internationalen Suchdienstes (ITS) am 18. Dezember Abschied von Direktor Reto Meister genommen, der nach zwei Jahren zurück an den Hauptsitz des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) nach Genf geht. Das IKRK stellt seit 1955 den Direktor des ITS. „Der Mensch und der Vorgesetzte waren bei Reto Meister nicht zu trennen“, sagte Archivleiter Udo Jost. „Er hat einen neuen Stil eingeführt und den ITS Schritt für Schritt wieder auf die Erfolgsspur geführt.“

In die Amtszeit Meisters fiel die Öffnung des Archivs für die historische Forschung im November 2007. Nach jahrelangen Diskussionen um den Umgang mit den historisch einzigartigen Dokumenten über die NS-Verfolgung und teilweise heftiger Kritik am abgeschotteten Dasein der Einrichtung gelang es, den Prozess der Wandlung vom Suchdienst zu einem Archiv für die Forschung voranzutreiben. „Die vergangenen beiden Jahre waren erfolgreiche Jahre für den ITS“, so Meister. „Unsere Akzeptanz ist gestiegen, unsere Leistungen wurden anerkannt und das ‚Wagnis Öffnung’ hat sich ausbezahlt. Ich war immer davon überzeugt, dass unser Archiv ein Gut birgt, das geteilt werden muss.“

Herzlich bedankte sich der scheidende Direktor für die Unterstützung, die er in den zwei Jahren auch von Seiten der Mitarbeiter erfahren hat. „Sie haben die Ziele mit mir geteilt und die Gelegenheiten beim Schopf gepackt“, sagte Meister. „Der Abschied fällt mir schwer, sind mir doch die Menschen, der Ort und die Aufgabe ans Herz gewachsen.“

Die Nachfolge von Reto Meister übernimmt ab Januar 2009 Jean-Luc Blondel. Der 55-Jährige hatte seit 1982 verschiedene Auslandseinsätze für das IKRK übernommen. Zuletzt war der studierte Theologe persönlicher Berater des IKRK-Präsidenten. „Arolsen ist immer eine gute Entscheidung“, sagte Blondel anlässlich der Feier.