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Auf Spurensuche nach italienischen Deportierten

Die Historikerin Giovanna D’Amico hat Ende März mehrere Tage für die Stiftung Fossoli in Italien Nachforschungen beim Internationalen Suchdienst (ITS) betrieben. „Mein Auftrag ist es, in verschiedenen deutschen Archiven Spuren von italienischen Deportierten nachzugehen. Beim ITS war meine Arbeit sehr ergiebig“, sagte D’Amico.

Im Dorf Fossoli hatten die deutschen Besatzungsbehörden 1944 ein Polizei- und Durchgangslager errichtet. Zirka 5000 Juden und politisch Verfolgte waren dort inhaftiert. Das seinerzeit erstellte Nummernbuch mit den Namen der Inhaftierten ging verloren. „Deshalb ist es überaus mühsam, die Einzelschicksale zu rekonstruieren“, berichtet die Italienerin. Seit zehn Jahren besteht die Stiftung in Fossoli. Eine Forschungsstelle wurde eingerichtet, deren Mitarbeiter bereits in verschiedenen Archiven und Gedenkstätten tätig waren.

Von einer Transportliste nach Mauthausen sowie aus anderen Quellen haben die italienischen Historiker Namen zusammen tragen können. „Das Schicksal von etwa 350 Opfern konnte ich jetzt anhand der Dokumente beim ITS nachvollziehen“, erzählt D’Amico. Dabei arbeitete sich die Historikerin durch die Zentrale Namenkartei beim ITS sowie durch die Korrespondenzakten (T/D-Akten) des ITS mit Überlebenden und ihren Familienangehörigen. „Den T/D-Akten kann ich viele hilfreiche Informationen entnehmen“, so die Forscherin. Diese enthielten Angaben zum Verfolgungsschicksal, zur Herkunft sowie zur Nationalität.

„Hier in dieser Akte schreibt eine Familienangehörige, dass ihr Onkel in Fossoli war“, zeigt die Italienerin begeistert. „Genau solche Hinweise brauche ich.“ D’Amico erfasst die Informationen in ihrer Liste und recherchiert weiter. Sie geht davon aus, dass sie nochmals zum ITS nach Arolsen kommen wird.