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Aus Israel nach Bad Arolsen

Bei ihrer Reise durch Deutschland besuchten Nina und Martin Elazar am 17. Juni 2014 den International Tracing Service (ITS), um sich über das Archiv mit seinen Forschungs- und Bildungsaktivitäten zu informieren. Martin Elazar war unter anderem im Jewish National Fund in Deutschland tätig. Nina Elazar-Wolff, von Haus aus Physikerin, hat sich durch ihre Arbeit für die Shoah Foundation und das Ha-Bricha-Institut als Historikerin einen Namen gemacht. Vor dem Hintergrund, dass ihre Eltern die Shoah überlebten, beziehungsweise rechtzeitig emigrieren konnten, interessiert sich das Ehepaar aus Israel intensiv für die Holocaust-Forschung und auch für die pädagogische Frage, wie man heute in Deutschland dieses schwere Thema für die junge Generation aufbereitet und Informationen über die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland und die Überlebenden der Vernichtung vermittelt.

Aufgrund von gemeinsamen Forschungsschwerpunkten fand zwischen Nina Elazar-Wolff und Susanne Urban, Leiterin Forschung und Bildung beim ITS, ein intensiver Austausch statt. Beide beschäftigt das Thema der Bricha, der Fluchthilfe nach 1945 für Überlebende der Shoah, so dass parallele wissenschaftliche und persönliche Kontakte bestehen. Susanne Urban hält die Bricha für einen spannenden Part der Geschichte, für den es in Israel zwar sogar eine eigene Forschungsstelle gibt, der aber bis heute in Deutschland kaum bekannt ist. Beidseitig ist auch das Forschungsinteresse der Historikerinnen an jüdischen Displaced Persons (DPs) und ihrer Emigration nach Israel.

Nina und Martin Elazar nutzten bei ihrem Besuch im ITS die Möglichkeit, in der Datenbank nach Orten und bestimmten Ghettos und Lagern sowie Spuren der Bricha zu recherchieren. Nina Elazar-Wolff zeigte sich beeindruckt vom Archivbestand und zog ein sehr positives Fazit von ihrem Besuch in Bad Arolsen: „Im ITS habe ich Menschen getroffen, die dem Thema und den Menschen zugewandt sind und auf hohem Niveau Kontexte erkennen und vermitteln.“