a A

Außenminister Westerwelle und Kulturstaatsminister Neumann würdigten Internationalen Suchdienst

Anlässlich einer Sitzung des Internationalen Ausschusses in Berlin, dessen elf Mitgliedsstaaten die Richtlinien für die Arbeit des Internationalen Suchdienstes (ITS) festlegen, haben Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Tätigkeit des ITS gewürdigt. „Der Suchdienst leistet einen unschätzbar wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft. Er hat dazu beigetragen, Schicksale aufzuklären und Familien wieder zusammenzuführen, die durch Terror, Krieg und Diktatur auseinandergerissen wurden“, sagte Neumann.

Außenminister Westerwelle begrüßte am Morgen des 16. Januar 2013 die Mitglieder des Internationalen Ausschusses, die neue Direktorin des ITS, Professor Rebecca Boehling, sowie Vertreter des Bundesarchivs und des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) im Auswärtigen Amt. „Wir sind uns der Bedeutung und Einzigartigkeit dieser Sammlung bewusst", sagte Westerwelle. „Die Bundesregierung wird den Internationalen Suchdienst auch künftig nach Kräften unterstützen. Deutschland übernimmt Verantwortung für das Archiv. Es legt es nicht zu den Akten."

Die Rede von Bundesaußenminister Guido Westerwelle

Kulturstaatsminister Bernd Neumann empfing die Vertreter des Internationalen Ausschusses später im Bundeskanzleramt. Der Staatsminister hatte im vergangenen Jahr die Zuständigkeit für den Haushalt des ITS innerhalb der Bundesregierung übernommen. „Der ITS hat mit seiner Neuorganisation zum Jahresbeginn einen wesentlichen Schritt hin zu einem modernen Archiv vollzogen, das Wissenschaft und Forschung zu Fragen des Nationalsozialismus offensteht. Mit dem Bundesarchiv an seiner Seite hat der ITS zudem einen kompetenten und zuverlässigen Partner gewonnen.“ Aus dem Etat des Kulturstaatsministers wird der ITS mit jährlich über 14 Millionen Euro finanziert.

Die Zeugnisse im Archiv des ITS dokumentierten in besonderer Dichte die ungeheuerlichen Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur, betonte der Staatsminister. „Sie geben der unfassbaren Zahl von Opfern Namen und Gesicht. Der Internationale Suchdienst wird weiterhin eine maßgebliche Rolle bei der Aufarbeitung des NS-Terrors und dem Gedenken an die Opfer spielen.“

Rede des Beauftragten für Kultur und Medien Bernd Neumann

Der Internationale Suchdienst wurde von 1955 bis Ende 2012 vom IKRK geleitet und verwaltet. Nun ist eine Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem ITS und dem Bundesarchiv in Kraft getreten. Seit Jahresbeginn hat der ITS außerdem eine neue Direktorin, die US-amerikanische Historikerin Professor Rebecca Boehling. Hintergrund dieser Neuorganisation ist eine deutliche Veränderung des Aufgabenschwerpunktes. Ursprünglich als reiner Suchdienst begründet, entwickelt sich der ITS allmählich zu einem Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung über die NS-Verfolgung und den Holocaust. Rechtliche Grundlage sind die am 9. Dezember 2011 unterzeichneten Berliner Abkommen, die seit dem 1. Januar 2013 in Kraft sind.

Der Internationale Ausschuss diskutiert zurzeit über die Möglichkeiten eines Fernzugriffs auf die Datenbank des ITS und die künftige Rolle des Ausschusses nach dem Rückzug des IKRK. Mit dem Rückzug der humanitären Organisation hat der ITS deutlich an Selbstständigkeit gewonnen, der Ausschuss jedoch auch an Verantwortung im Hinblick auf die Kontrolle der Tätigkeit des ITS. Den Vorsitz führt noch bis Mai 2013 die Bundesrepublik Deutschland.