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Ausstellung zur Deportation jüdischer Kinder aus Rom geplant

Die Deportation von jüdischen Kindern aus Rom zwischen Oktober 1943 und Juni 1944 soll im kommenden Jahr im Mittelpunkt einer Ausstellung in der italienischen Hauptstadt stehen. Dafür haben Professor Umberto Gentiloni und Stefano Palermo von der Universität Rom mehrere Tage Dokumente im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) gesichtet. „Wir wollen die Geschichte der Kinder erzählen. Dazu haben wir hier einige interessante Unterlagen gefunden“, sagte Gentiloni.

Unter anderem hätten sie bereits 20 Fotos von deportierten Kindern aus Rom im Archiv des ITS entdeckt. „Es sind sicher die einzigen Aufnahmen, die die Zeit überdauert haben und häufig die letzte Spur aus dem Leben der Kinder“, so der Historiker. Nur die wenigsten der etwa 200 bis 300 Kinder zwischen 0 und 13 Jahren überlebten die Deportationen ins Vernichtungslager Auschwitz. „Bislang sind wir nur auf vier gestoßen“, bestätigt Gentiloni. Insgesamt sind in dem Zeitraum 2000 Juden aus Rom deportiert worden.

Wichtige Quellen für die italienischen Forscher sind das Kindersucharchiv des ITS und die Korrespondenz mit Familienangehörigen. „Wir wollen auch die Suche nach den Kindern nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit einbeziehen, die häufig nicht betrachtet wird. Hier haben wir sehr berührende Briefe gefunden“, so Palermo. „Natürlich werden wir auch beim US Holocaust Memorial Museum und im Stadtarchiv von Rom recherchieren, aber die Hauptquelle wird der ITS sein.“ Welche Einrichtung die von der Stadt Rom unterstützte Ausstellung präsentieren wird, steht noch nicht fest.