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Austausch mit Wiener Library

Christine Schmidt im ITS Archiv

Christine Schmidt von der Wiener Library in London hat sich Mitte Juni eine Woche beim International Tracing Service (ITS) über die Dokumentenbestände und den Umgang mit Anfragen von Überlebenden, Familienangehörigen und Forschern informiert. Die Wiener Library verfügt über eine digitale Kopie der Archivbestände des ITS, die Schmidt künftig betreuen wird. „Es war mir wichtig zu erfahren, wie dieser Ort und dieses Archiv genutzt werden“, so die US-amerikanische Historikerin.

Anlässlich eines gemeinsamen Workshops mit dem US Holocaust Memorial Museum (USHMM) will die Wiener Library ab Herbst 2013 die Recherche in den digitalen ITS-Beständen in London ermöglichen. „Ich halte es für sehr wichtig, die Dokumente der Forschung zugänglich zu machen“, sagte Schmidt. „Wir werden diese auch für eigene Projekte, Ausstellungen und Bildungsarbeit nutzen.“

Noch ist Schmidt die einzige Vollzeit-Mitarbeiterin der Wiener Library, die sich mit den ITS-Beständen vertraut gemacht und dafür auch das USHMM und Yad Vashem besucht hat. Doch sie hofft auf weitere Unterstützung durch Volontäre. „Ich fand es hilfreich, in Arolsen gewesen zu sein. Da wir selber eine kleine Einrichtung sind, halten wir einen engen Austausch und die Kooperation mit unseren Partnern für unabdingbar“, äußerte Schmidt. „Ich konnte viel lernen. Und ich bin beeindruckt, wie viel Arbeit der ITS in die Forschung und Bildung investiert mit so wenigen Wissenschaftlern.“

Das Archiv des ITS sei sozusagen das Mutterschiff, denn hier lagerten die Originale und nicht nur eine digitale Kopie. „Es ist unersetzbar für mich, aber vor allem auch für Überlebende, diese einmal gesehen zu haben“, sagte Schmidt. Das Gefühl von der Masse und damit dem Ausmaß der Verfolgung könne eine digitale Datenbank nicht ersetzen. Zuletzt hatte die Forscherin fünf Jahre in Budapest, Ungarn, gearbeitet. Ihre Studien des Holocaust begann sie 1994 an der Universität von Michigan.