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Auswertung von Listenmaterial zu Mauthausen

Maria Hörtner von der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat eine Woche beim Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen recherchiert. „Ich habe das Listenmaterial des Konzentrationslagers Mauthausen im digitalen Archiv des ITS durchgesehen“, berichtet die wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Viele Transportlisten liegen uns in Österreich nicht vor. Hier beim ITS habe ich sie gefunden.“

Es handelt sich bei den Listen um Transporte, die direkt in das Außenlager Gusen gingen. „Vermutlich fehlen uns diese Listen, weil die Häftlinge nicht über das Hauptlager deportiert wurden“, so die 30-Jährige. Auch die Todesmärsche sind von Interesse für die Österreicherin. „In einem ‚Raum der Namen‘ wollen wir an die Verstorbenen erinnern. Dazu gehören auch die Opfer, die in den letzten Tagen auf Todesmärschen umgekommen sind.“

Ihre Recherchearbeiten laufen in die Neugestaltung der Gedenkstätte in Österreich ein. „Neben der Dauerausstellung arbeiten wir an einer Opferdatenbank und einem Gedenkbuch“, erzählt Hörtner. „Ziel ist die vollständige Erfassung aller Namen und Daten der Häftlinge einschließlich der Außenlager.“ In den vergangenen Jahrzehnten hätte der Schwerpunkt des Archivs auf der Beantwortung von personenbezogenen Anfragen gelegen, sich dann aber in den letzten Jahren vermehrt auf den Bereich der Forschung und Gedenkarbeit konzentriert.