a A

Bamberger Studenten nahmen Einblick ins Archiv

32 Studenten der Universität Bamberg haben heute das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen besichtigt, um die Möglichkeiten der Einrichtungen im Bereich Forschung und Archivverwaltung kennen zu lernen. „Die Öffnung war ein Glücksgriff für die Forschung und somit auch für die Universitäten“, sagten Exkursionsleiter Horst Gehringer, Gastdozent sowie Leiter des Staatsarchiv Coburg, und Professor Andreas Dornheim.

Überrascht zeigte sich Professor Dornheim, der sich schwerpunktmäßig mit Forschungen zur NS-Zwangsarbeit befasst, von der Bandbreite der Dokumente beim ITS. „Davon hatte ich offen gestanden bisher keine Vorstellung“, so der Historiker. „Eine Zusammenarbeit bei künftigen Forschungsvorhaben wird sich lohnen.“ Derzeit läuft ein Forschungsauftrag der Stadt Bamberg im Bezug auf das Fabrikgelände der Baumwollspinnerei (ERBA) Erlangen/Bamberg. An die 500 Namen von Ausländern sind bekannt, die während 1942 und 1945 dort Zwangsarbeit leisten mussten. „Zu ihnen lassen sich in diesem Archiv sicher Informationen finden“, vermutete der Historiker. „Der Besuch beim ITS hat sich gelohnt für die Studenten. Sie haben durch die Führung eine Idee von den Forschungsmöglichkeiten beim ITS bekommen.“

Archivleiter Gehringer aus Coburg hatte seinen ersten Berührungspunkt mit dem Suchdienst bereits vor 15 Jahren. „Damals wurden von ITS-Mitarbeitern die Meldekarten beim Staatsarchiv Coburg verfilmt“, erinnerte er sich. „Ich bin beeindruckt von den schriftlichen Überlieferungen beim ITS und ihrer Digitalisierung. Sie ist weiter vorangeschritten als in anderen Archiven.“ Zwar sei der ITS bisher noch kein Archiv im klassischen Sinne. „Doch ich bin erfreut über den Beginn einer IT unterstützen Erschließung der Dokumente. Sie wird für die Forschung große Bedeutung haben.“

Studentin Christine Raith sieht hierin eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. „Die nachfolgenden Generationen wollen verstehen, was damals passiert ist. Und dafür ist eine Erschließung der Dokumente über die Namen von Opfern hinaus erforderlich“, so die 25-Jährige.