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Besuch vom Roten Kreuz aus Skandinavien

Vertreter vom Suchdienst des Roten Kreuzes aus Norwegen, Finnland und Dänemark haben sich gestern ein Bild vom Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen gemacht. Sie lernten das Archiv und die Kollegen aus dem Bereich der humanitären Anfragen kennen. „Es ist immer schöner, ein Gesicht zur Unterschrift auf dem Brief zu kennen“, sagte Brita Liholm Johannessen, verantwortlich für den Suchdienst beim norwegischen Roten Kreuz.

Vor allem für das Verständnis der Einrichtung sei der Besuch nützlich gewesen, berichteten die vier Skandinavier Brita Liholm Johannessen, Stine Torbergen, Aki Väilä und Amiora Ajanovic. Der Aufbau des Archivs, der Inhalt der Dokumente, die Vielfalt der Aufgaben des ITS, der Unterschied zum Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes in München – „Wir wissen jetzt, wie wir den ITS für unsere Arbeit noch besser nutzen können“, äußerte die Dänin Ajanovic.

Beeindruckt zeigten sich die Rot-Kreuz-Vertreter vom Archiv des ITS. „Die Masse an Dokumenten ist unbeschreiblich. Allein sich die Vorstellung zu machen, wie viele Menschen dieses Papier bereits berührt und damit gearbeitet haben“, so Torbergen. Dass trotz der drängenden Probleme nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Material zusammengetragen wurde, erleichtere bis heute die Suche nach Familienangehörigen. „Jetzt gilt es, diese Dokumente zu bewahren.“

In Skandinavien sei der Internationale Suchdienst in Bad Arolsen noch zu wenig bekannt. „Wir werden aktiv für ihn werben. Es ist großartig, dass Verfolgte des Naziregimes hier direkt herkommen und ihre Unterlagen einsehen können“, so Johannessen. Vor allem in Norwegen spielen die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges beim Suchdienst noch eine aktive Rolle. Etwa 20 Prozent der Fälle beim dortigen Roten Kreuz betreffen diese Zeit. Es sind Anfragen von Lebensbornkindern, ehemaligen Soldaten, Zwangsarbeitern oder jüdischen Überlebenden.