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Datenbank zu weiblichen Häftlingen von Mauthausen

Für ihre Hauptstudie betreffend ehemalige weibliche Häftlinge des KZ Mauthausen und dessen Nebenlager besuchten Anfang Oktober Dr. Brigitte Halbmayr und Dr. Helga Amesberger vom Institut für Konfliktforschung (IKF) in Wien den Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen. Grund ihres Besuches war es, bestehende Einträge der Datenbank zu den Frauen abzusichern und diese um weitere biographische Daten zu ergänzen. „Der ITS ist durch seine Dokumente und die Korrespondenzakten eine wichtige Quelle für unsere Arbeit“, sind sich die beiden Österreicherinnen einig.

Die vorhandene Datenbank basiert auf der Grundlage von Informationen der Gedenkstätte Mauthausen und beinhaltet Angaben zu zirka 4000 Frauen. Der geringe Wissensstand liegt daran, dass eine Vielzahl von weiblichen Häftlingen erst gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mit Evakuierungstransporten aus anderen Konzentrationslagern nach Mauthausen kamen, und nur wenige Unterlagen aus dieser Zeit erhalten geblieben sind. „Insgesamt gehen wir jedoch von rund 8000 weiblichen Häftlingen aus, die in Mauthausen inhaftiert waren“, sagt Amesberger.

„Wir suchen nach allen Spuren“, berichtet Halbmayr. „Durch die Recherche beim ITS können wir umfangreiche Details zu den Frauen finden.“ Ein Beispiel ist das Schicksal von Helene Abraham. „Durch die Korrespondenzakte beim ITS wissen wir nun, dass Helene Abraham in Mauthausen verstorben ist,“ erzählt Amesberger. Die beiden Doktorinnen recherchierten beim ITS in Transportlisten, Krankenhauslisten, Emigrationslisten sowie in den Korrespondenzakten. „In der einen Woche in Arolsen haben wir viel geschafft und sogar neue Namen gefunden. Aber um alle Schicksale zu überprüfen bräuchten wir drei Monate“, berichten die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des IKF.

Ihr Projekt wird vom Bundesministerium für Inneres in Österreich finanziert und soll voraussichtlich im Mai 2010 abgeschlossen sein. Die Überarbeitung der Datenbank ist nur ein Teil des Projektes. Die wissenschaftliche Analyse dieser Datensammlung nach ausgewählten Aspekten sowie die Darstellung von rund 100 exemplarischen Biographien gehören ebenso dazu.