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Deportierte Juden aus Vlotho

Manfred Kluge hat zwei Tage für die Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V. Vlotho beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. Schon vor drei Jahren führte ihn das „Gedenkbuch für die Vlothoer Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung“ zum ITS. Jetzt will er die Schicksale von Jutta Silberberg und Margarethe Bräutigam genauer beleuchten. „Ich stoße immer wieder auf neue Details“, freut sich der Hobbyforscher.

Kluge berichtet, dass die beiden Frauen den Holocaust überlebt haben. Er versucht ihr Schicksal zu rekonstruieren, denn es sind noch einige Daten offen. Laut Gedenkbuch ist Jutta Silberberg mit ihren Eltern am 29. Juli 1942 von Bielefeld in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden. Von dort aus transportierten die Nationalsozialisten sie nach Auschwitz und Groß Rosen weiter. „Anhand der ITS Dokumentation fand ich bei meiner Recherche nun das Überstellungsdatum 28. Oktober 1944 von Auschwitz nach Groß Rosen“, so Kluge. Jutta und ihre Mutter überlebten und kamen im Oktober 1945 zurück nach Vlotho. Doch im Ort und Land der Täter fühlten sich Mutter und Tochter nicht wohl und wanderten 1947 in die USA aus.

Die Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V. wurde in 1965 gegründet und hat ihren Namen von einem engagierten Vlothoer, dem jüdischen Kaufmann Mendel Grundmann (1844-1914). Die Mitglieder setzen sich seitdem mit der Geschichte der Vlothoer Juden auseinander. Bereits 1969 wurde ein Mahnmal errichtet. Von März 2006 bis März 2007 wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für die Opfer verlegt. Für ein Gedenkbuch recherchierte Kluge im Frühjahr 2008 beim ITS. „Mein damaliger Besuch brachte ganz neue Informationen im Bezug auf Deportationsdaten und –wege der insgesamt 41 Opfer“, erzählt er. „Wichtige Details konnten wir ergänzen und authentische Quellen aus dem Archiv des ITS dokumentieren nun die Schicksale.“