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Die Geschichte von Bnei Akiva Antwerpen

„The Story of a Memorial“ heißt das Buch von Salomon Hauser und Jacques Offen, das sie nach vierjähriger Arbeit jetzt fertig gestellt haben. Es erzählt die Geschichte von 97 Jugendlichen aus Antwerpen, die vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in der zionistischen Jugendbewegung Bnei Akiva aktiv waren. Die meisten von ihnen wurden im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet. „Wir geben den Opfern mit unserem Buch Namen, Gesichter und eine Biografie“, erklärt Offen. „Es sind vor allem die persönlichen Geschichten, die uns berühren und die Dimension der Shoah aufdecken.“

Zahlreiche Archive in Belgien, Israel und Deutschland, unter anderem auch das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen, haben die gebürtigen Belgier durchforstet auf der Suche nach Informationen. „Jede Spur, jedes Dokument, jede Zeile, jedes Foto war wie ein kleiner Sieg“, berichtet Hauser. Überlebende und Familienangehörige auf der ganzen Welt befragten die beiden, um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen. Die 40er Jahre seien ein Bruch in der Geschichte der jüdischen Familien gewesen. „Viel ist nicht übrig geblieben“, so Offen. „Doch unsere Kinder sollen wissen, woher wir kommen.“

Gelegentlich half auch der Zufall bei der Recherche. So ergab sich etwa aus dem Gespräch mit einem Fremden im Flugzeug der Kontakt zu einer Familie und damit zu weiteren Fotos. „Es ist eine kleine Welt und manchmal musst du einfach nur Glück haben“, freut sich Hauser. Die erste Präsentation des Buches in Israel sei besonders emotional gewesen. „Die meisten wissen nur wenig über das Schicksal ihrer Familie. Und manche haben nicht mal ein Foto“, schildert Offen.

Nur bei einem Jugendlichen mussten sich Hauser und Offen geschlagen geben. Hier haben sie bis heute nur einen Nachnamen „Kaminer“. „Er macht mich verrückt“, räumt Offen ein. Und so hoffen die beiden Israelis, dass mit der Veröffentlichung und Präsentation des Buches neue Details zusammengekommen, wie etwa die Geschichte von Rebecca Hamelsdorf. Diese begleitete ihre beste Freundin, als die Deutschen kamen, obwohl sie als gebürtige Belgierin noch nicht auf der Liste stand.

Ein Exemplar für die Bibliothek des Internationalen Suchdienstes brachten die beiden Autoren gemeinsam mit ihren Ehefrauen Miriam Offen und Tirtsa Hauser persönlich in Bad Arolsen vorbei. Es steht hier jetzt allen Forschern und Interessierten zur Verfügung. Wer ein Exemplar des Buches „The Story of a Memorial – Bnei Akiva -Tikvateinu, Antwerp, in the Holocaust“ erwerben möchte, kann sich direkt per Email an Salomon Hauser wenden.