a A

Dissertation über die Verfolgung von Sinti und Roma in Italien

Für ihre Dissertation zur „Verfolgung der Sinti und Roma im italienischen Faschismus“ hat Rosa Cobelletto von der Universität Turin für zwei Wochen im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) recherchiert. Den Schwerpunkt ihrer Nachforschungen bilden die Deportationen von 1943 bis 1945. „Das Archiv des ITS ist besonders ergiebig, da hier viele Informationen an einem Ort zusammengetragen wurden“, sagte die Forscherin.

In zahlreichen italienischen Archiven, dem Staatsarchiv in Rom wie regionalen Sammlungen, hat sich Cobelletto bereits auf die Spurensuche begeben. Seit fünf Jahren befasst sie sich mit dem Thema. Jetzt soll eine Doktorarbeit daraus entstehen. Beim ITS versucht die Historiker vor allem herauszufinden, was nach der Deportation mit den Opfern passiert ist, wo sie ermordet wurden und wie viele überlebten. „Hier helfen vielfach die Korrespondenzakten weiter, da viele Familien in den 60er Jahren nachgefragt haben“, berichtet Cobelletto. „Diese Quelle ist neu für mich und einmalig.“

Daneben hinterfragt die Forscherin in den Sachdokumenten des ITS die konkreten Absichten und Pläne der Deutschen in Bezug auf die italienischen Roma und Sinti. Ziel des nationalsozialistischen Rassenwahns war die vollständige Vernichtung der Minderheit. Insgesamt fielen geschätzte 220.000 bis 500.000 Sinti und Roma aus ganz Europa dem systematisch geplanten Völkermord zum Opfer. Sie wurden interniert, in Ghettos und Konzentrationslager deportiert oder bei Massenerschießungen ermordet.

Für Cobelletto ist es bereits ihr zweiter Besuch in Bad Arolsen. „Und ich bin sicher, dass ich noch öfter kommen werde“, so die 30-Jährige. Das Ergebnis ihrer Nachforschungen hofft sie in etwa einem Jahr präsentieren zu können.