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Doktorarbeit zu Frauen in den Außenlagern von Groß-Rosen

Die Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen sind das Thema der Doktorarbeit von Andrea Rudorff. Vier Tage hat die Historikerin dafür auch im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) recherchiert. „Es hat sich gelohnt zu kommen“, sagte Rudorff. „Einige Dokumente kannte ich bereits aus anderen Archiven, aber es gab auch neue Entdeckungen.“

Die Forscherin untersucht die ganze Bandbreite des Lagerlebens von der Geschichte, über die unterschiedlichen Verfolgungswege der Häftlinge, den Lageralltag, exemplarische Biographien der Opfer, die Herkunft und das Verhalten der Aufseherinnen, die Auflösung der Lager bis hin zur Strafverfolgung der Täter. „Zur Situation der Frauen in den Lagern von Groß-Rosen gibt es bislang noch keine Gesamtdarstellung“, berichtete Rudorff. „Allein eine Broschüre aus Polen hat sich bislang speziell mit den weiblichen Häftlingen in Groß-Rosener Außenlagern befasst. Und Isabell Sprenger hat in ihrer Groß-Rosen-Monographie dem Thema ein Kapitel gewidmet.“

Für ihre Recherchen besuchte die Historikerin weltweit zahlreiche Archive, griff auf Interviews des Visual History Archives der Shoah Foundation zurück und führte selbst in einigen Ländern Interviews mit Überlebenden. „Da die Frauenaußenlager erst ab 1944 eingerichtet wurden und die dort inhaftierten Frauen oftmals sehr jung waren, hatte ich noch Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen“, so Rudorff. In den 46 Außenlagern wurden die Frauen vor allem in der Rüstungsproduktion eingesetzt.

Im Archiv des ITS studierte die Historikerin einzelne Schicksale, Häftlingskarten, Bestandslisten, Transporte, Unterlagen des SS-Hygieneinstituts. „Es gab einige Lücken, die ich beim ITS schließen konnte, etwa zu Transporten oder zur Vergabe von Häftlingsnummern. Dadurch kann ich Abläufe besser nachvollziehen. Die Unterstützung war super“, freute sich die Berlinerin. Der Abschluss der Doktorarbeit, die vom Zentrum für Antisemitismusforschung betreut wird, ist für Ende des Jahres geplant.