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„Ein interessanter Ort, um Forschung zu betreiben.“

Recherchen zu Displaced Persons (DPs) führten Dr. Daniel Maul, Dozent an der Justus-Liebig-Universität Gießen, mit den Studierenden seines Hauptseminars am 6. Juni 2014 nach Bad Arolsen. Ziel war es, anhand von Dokumenten aus dem Archiv des International Tracing Service (ITS) den Umgang mit DPs von Seiten nationaler und internationaler, staatlicher und nicht-staatlicher Akteure zu beleuchten. Der Titel des Seminars lautete: „Die Entwurzelten - Displaced Persons in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg“. Die Studierenden zeigten sich nach der Einführung in die Geschichte des ITS besonders an den Schicksalen verschleppter Kinder und der Arbeit des Child Search Branch zwischen 1945 und 1950 interessiert.

Besonders spannend: die Arbeit mit Dokumenten

Im Anschluss an die Vorstellung der aktuellen DP-Projekte des ITS hatten die Studentinnen und Studenten die Möglichkeit mit ausgewählten Dokumente zu arbeiten. So konnte der in den ersten Veranstaltungen des Blockseminars erworbene weite Blick durch individuelle Aspekte ergänzt werden, zum Beispiel über entwurzelte Menschen, die nach 1945 nicht zurück in ihre Heimatländer gehen konnten oder wollten. „Der ITS ist ein interessanter Ort, um Forschung zu betreiben“, zog Dr. Daniel Maul als Fazit. Er lobte die „richtige Flughöhe“, mit der das Team der Forschung und Bildung in der Vorbereitung des Workshops den Wissensstand des Seminars getroffen habe.

Die Studierenden, von denen einige nicht das erste Mal im ITS waren, zeigten sich in mehrfacher Hinsicht von der Quellenarbeit beeindruckt. Man könne viele Informationen aus den Akten gewinnen, doch sei dies nicht immer einfach zu erkennen. Vor allem bei der freien Suche fiel den jungen Historikerinnen und Historikern auf, wie breit das Themenspektrum in den Dokumenten ist und wie viel Arbeit darin liegt, wichtige und aussagekräftige Quellen zu identifizieren. Der Besuch des ITS und die Arbeit vor Ort hat bei einigen Studierenden sogar Impulse für das weitere Studium gegeben hat: Davon zeugten die Fragen nach den Möglichkeiten, im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten das Archiv des ITS zu nutzen. Ein Student entschied sich bereits, zu überlebenden Kindern des Holocaust zu forschen.