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Fachgespräch mit Stasi-Behörde

Eine Delegation der „Bundesbeauftragten für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR (BStU)“ hat am 25. August 2009 den Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen besucht. Birgit Salamon, Leiterin der Abteilung Archivbestände bei der BStU, und ihre Kollegen Dr. Karsten Jedlitschka und Stephan Wolf informierten sich während einer Führung durch die Archive und bei Gesprächen mit Archivar Karsten Kühnel und Nicole Dominicus über die Bestände beim ITS sowie dessen Arbeitsweise.

Im Vordergrund des Besuchs stand der archivarische Austausch über Fachfragen der Bestandsbildung und Erschließung der Dokumente, zumal beide Einrichtungen vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Sowohl die BStU als auch der ITS verwahren Unterlagen, die bisher nach Namen erschlossen sind. Beide Einrichtungen sind derzeit damit beschäftigt, die inhaltliche Erschließung der Dokumente für die Forschung durchzuführen. „Es ist ein Spagat zwischen den Interessen der Forscher am schnellen Zugang zu den Dokumenten und den Erfordernissen der fachgerechten Erschließung der teils sehr persönlichen Daten", unterstrich Jedlitschka.

Die Behörde der Bundesbeauftragten bewahrt in ihren Archiven die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR auf und stellt sie für verschiedene Zwecke nach den gesetzlichen Vorschriften des Stasi-Unterlagen-Gesetzes Privatpersonen, Institutionen und der Öffentlichkeit zur Verfügung.

In einer Gesprächsrunde mit ITS-Direktor Jean-Luc Blondel betonte Salamon die gemeinsame Verantwortung für die Opfer der beiden deutschen Diktaturen und ihre Nachkommen. Blondel stellte die Arbeit des BStU und des ITS in einen internationalen Zusammenhang und erinnerte an wichtige Aktenfunde im Ausland. „ITS und BStU werden sich zukünftig in archivischen Fachfragen austauschen“, sagte Kühnel abschließend.