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Forschungen zu Trierer Gestapo

Historiker Thomas Grotum, Universität Trier, hat Anfang Februar zwei Tage im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. Er beschäftigt sich seit einigen Monaten mit dem Thema „Die Gestapo Trier in der Christophstraße 1“. „Beim ITS habe ich mir, ähnlich wie in anderen Archiven, zuerst einmal einen Überblick verschafft, wie die Aktenlage zu meinem Recherchethema beschaffen ist“, so Grotum.

Die Gestapo Trier hatte zehn Jahre lang, von 1935 bis Ende 1944, ihren Sitz in einem ehemaligen Gebäude der Reichsbahndirektion in der Christophstraße. Was genau in dieser Zeit hinter den Mauern geschah, ist noch weitgehend unerforscht. Auf Initiative der Staatsanwaltschaft, die seit Oktober 2011 in diesem Gebäude residiert, geht Grotum jetzt mit Studenten der Uni Trier der Geschichte nach.

„In verschiedenen Archiven schaue ich, welche Unterlagen noch vorhanden sind und welche Rechercheansätze von besonderem Interesse sein könnten“, berichtet der 47-Jährige. Beim ITS hat der Historiker Unterlagen aus dem Bestand der Inhaftierungsunterlagen eingesehen. „Eine Lichtbildkartei der Gestapo und die Gefängnisbücher vom Landgericht Trier haben mich besonders beeindruckt. Hier können wir erkennen, wen die Gestapo im Visier hatte und was mit diesen Menschen weiter passierte.“

Bis Ende 2013 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Studenten der Uni Trier werden sich in ihren Abschlussarbeiten mit Teilaspekten der Gestapo Trier auseinandersetzen. Auf Schautafeln soll die Öffentlichkeit über das Gebäude sowie die Geschichte der Gestapo informiert werden.