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Geburtsort des Vaters gesucht

Eigentlich wollte die Australierin Rebbeca Sharp nur einen EU-Reisepass beantragen. Doch was als Formsache begann, entwickelte sich schnell zu einer spannenden Suche nach den eigenen Wurzeln. „Seit etwa einem Jahr versuche ich mehr zu erfahren in Australien, den USA, Bulgarien und Deutschland“, sagte Sharp. Anfang Mai nahm sie Einblick in Unterlagen beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen.

Sharps Vater, Georg Gusseff, kam 1941 während des Zweiten Weltkrieges zur Welt. Doch die Frage nach dem Ort bleibt bislang ungeklärt. Die Dokumente sind widersprüchlich. „Mein Vater starb, als ich noch ein Kind war. Ich konnte ihn nie selber fragen“, so Sharp.

Um einen EU-Reisepass zu erhalten, muss die 38-Jährige per Geburtsurkunde nachweisen, dass ihr Vater in Europa geboren wurde. Laut Dokumenten im Archiv des ITS ist einmal von Dresden in Deutschland, ein anderes Mal von Bulgarien die Rede. Sharps Großvater gab den Alliierten gegenüber an, er sei 1920 vor den Kommunisten von Russland zunächst nach Polen geflohen und 1927 dann nach Deutschland. Ob er während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland war oder zwischenzeitlich auch in Bulgarien, dazu machte er unterschiedliche Aussagen.

Sharps Vater war nach dem Ende des Krieges 1951 zunächst mit der Mutter in die USA ausgewandert, ging dann als 17-Jähriger jedoch zu seinem Vater nach Australien. Seine Eltern hatten sich vor der Auswanderung 1947 getrennt. Mit Hilfe des ITS, will Sharp jetzt die letzte Zeitzeugin der Familie in den USA und eine Geburtsurkunde des Vaters finden. „Es macht einen Unterschied zu wissen, wer du bist und woher du kommst“, so die Australiern.