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Gedenkbuch für Ulmer Holocaustopfer

Historiker Ingo Bergmann hat Mitte April drei Tage beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. Er überprüfte 220 Namen von Opfern des Holocaust, die in Ulm geboren wurden oder in der Zeit von 1933 bis 1945 in Ulm gelebt haben. „Meine Ergebnisse fließen ein in die zweite Auflage des Gedenkbuches der Stadt Ulm „Und erinnere dich immer an mich“.

Im Januar 2007 begann Bergmann im Auftrag der Stadt Ulm und in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg mit der Recherche für das Gedenkbuch. Als Grundlage diente eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 1961 sowie Recherchen im Bezug auf die Verlegung von Stolpersteinen. Anfang 2009 konnte das Gedenkbuch für die Ulmer Opfer des Holocaust vorgestellt werden.

„Es gab so viele Reaktionen und neue Informationen seitens der Angehörigen auf das Buch, dass wir eine zweite Auflage planen“, berichtet der Historiker. „Die Forschungsmöglichkeit beim ITS wollen wir bei dieser Gelegenheit nutzen.“ Bei den 220 geprüften Namen ließen sich die meisten Angaben durch die Dokumente des ITS bestätigen. Er konnte aber noch ergänzende Hinweise finden und bei drei Schicksalen den Verfolgungsweg korrigieren. „Besonders erfreulich ist, dass der Ulmer Fritz Brumlik überlebt hat. Wir gingen davon aus, er sei in Auschwitz verstorben“ erzählt der Historiker. „Beim ITS stellte ich jedoch eine Karte für ihn fest, die im Displaced Persons Camp Ulm ausgestellt wurde.“

Bergmann hat in Augsburg Politik sowie Geschichte studiert. Seit vielen Jahren arbeitet er ehrenamtlich für die KZ Gedenkstätte Oberer Kuhberg. „Der Kontakt zu Überlebenden und Angehörigen von Opfern hat mich immer mehr mit dem Thema verbunden“, sagt er.