a A

Gedenkbuch zu Grabstätten sowjetischer Bürger in Bayern

Für ein Gedenkbuch zu Grabstätten sowjetischer Bürger in Bayern hat Lars Thiele von der Dokumentationsstelle Dresden diese Woche den International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen besucht. Systematisch sichtet er die Meldungen der bayerischen Gemeinden aus der Nachkriegszeit über Grabstätten von Ausländern. „Zweidrittel des Bestandes habe ich bereits eingesehen“, berichtet der Wissenschaftliche Mitarbeiter. „Ende 2014 wollen wir die Dokumentation über bayerische Friedhöfe und Kriegsgräberstätten abschließen und die Ergebnisse veröffentlichen.“

Die Dokumentationsstelle ist eine historische Forschungseinrichtung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Seit 2001 führt sie das Projekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte. Forschungen zum Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit“ durch. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen, werden aber auch an die Hinterbliebenen weitergegeben, die auf diese Weise lang ersehnte Hinweise auf das Schicksal ihrer Angehörigen erhalten. „Im vergangenen Jahr haben wir 6000 Anfragen von Angehörigen beantwortet“, so der 31-Jährige. „Die Menschen wollen wissen, wo ihre Angehörigen begraben liegen. Sie wünschen sich Gewissheit und einen Ort zum Trauern.“

Eine Sammlung von Daten zu sowjetischen Kriegsgefangenen und Grabstätten in Sachsen ist bereits auf der Internetseite der Dokumentationsstelle einsehbar. „Die Dokumente aus dem Archiv des ITS helfen uns dabei enorm“, erklärt Thiele. „Aber auch Unterlagen der Deutschen Dienststelle (WASt) in Berlin, der Kriegsgräberfürsorge und von anderen Partnern ergänzen unsere Recherchen und ergeben ein Gesamtbild.“