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Gemeinsame Projekte mit der Wiener Library, London

Ein Workshop für Doktoranden sowie eine geplante Kooperation zur Erstellung von pädagogisch aufbereiteten Arbeitsmaterialien zum Einsatz an Universitäten führten Dr. Susanne Urban, Leiterin der Forschung und Bildung beim International Tracing Service, (ITS) zu einem Besuch der Wiener Library for the Study of the Holocaust and Genocide nach London. 

Die 1933 von Alfred Wiener und David Cohen als “Jewish Central Information Office” (JCIO) in Amsterdam gegründete Einrichtung befindet sich seit 1939 London und ist weltweit die älteste Institution zur Dokumentation der NS-Herrschaft und ihrer Verbrechen. Die Wiener Library gehört zu den Copyholdern des digitalen ITS-Archiv, für das vor Ort Dr. Christine Schmidt zuständig ist. Auch die beim United States Holocaust Memorial Museum in Washington für die Forschung in den digitalen Beständen des ITS zuständige Wissenschaftlerin Elisabeth Anthony nahm an den Veranstaltungen in der Wiener Library teil.

Themenorientierte Forschung in den ITS-Dokumenten

Der Workshop, der Ende November 2014 stattfand, diente zum einen dem Austausch zwischen den Doktoranden und den Wissenschaftlerinnen. Zum anderen ging es um die Frage, ob und welche Dokumente im ITS-Archiv für eine verfeinerte Definition spezieller Forschungsfragen hilfreich sein können. Dabei rückte Dr. Susanne Urban die Themenbereiche Displaced Persons und Kinderakten des Child Search Branch sowie die spezielle Verfolgungssituation von Sinti und Roma in den Fokus. 

Educational Modules mit ITS-Dokumenten

Neben dem Workshop stand die Planung von pädagogischen Materialien auf dem Programm des Treffens von Dr. Christine Schmidt, Dr. Susanne Urban und Elisabeth Anthony. Die drei Wissenschaftlerinnen mit hervorragenden Kenntnissen über die ITS-Dokumente möchten gemeinsam eine Reihe von zwölf Heften für Undergraduates an amerikanischen und englischen Hochschulen auflegen.

Zum Abschluss: Ein Vortragsabend

Auf Einladung der Wiener Library stellten Dr. Susanne Urban und Elisabeth Anthony zum Abschluss ihres Besuchs vor 35 Gästen aktuelle Forschungsprojekte vor: „Frühe Zeugnisse und die Stimme des Individuums“ war das Thema der deutschen, „Rückkehr Wiener Juden nach 1945“ das Thema der amerikanischen Historikerin. „Die Zusammenarbeit zwischen den drei Einrichtungen ist erfreulich intensiv und kollegial“, betonte Susanne Urban nach ihrem Aufenthalt in London.