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Geschichte anhand von Biografien erarbeiten

Christoph Schwarz hat zwei Tage im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen Schicksale von 60 polnischen Kindern recherchiert. Der Pädagoge aus Freiburg lässt diese Lebenswege als Material in seinen Geschichtsunterricht einfließen. „Ich möchte, dass meine Schüler auf diesem Weg einen anderen Zugang zum Nationalsozialismus bekommen. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass sich Jugendliche besser mit dem Thema auseinandersetzen können, wenn sie selbst Geschichte anhand von Biografien erarbeiten.“

Als Hauptthema hat Schwarz die Heimschule in Achern gewählt, die in der Nähe von Freiburg war. Dorthin wurden die aus Polen verschleppten Kinder gebracht, die aufgrund ihrer äußeren „arischen“ Merkmale eine Erziehung im Sinne der „deutschen Rasse“ durchleben sollten. Später wurden diese Jugendlichen meist von kinderlosen Nazi-Familien adoptiert. „Der regionale Bezug zu diesem Thema ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Es zeigt, dass die Verfolgung im Nachbarhaus anfing und nicht erst in den Konzentrationslagern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es selbst Kinder und Jugendliche betraf.“

Beim ITS hat der Freiburger Dokumente, Kinderakten und Korrespondenzunterlagen eingesehen. „Mit dem eindruckvollem Material aus Arolsen werde ich zusammen mit den Schülern tolle Ergebnisse erarbeiten können“, denkt Schwarz. „Die Biografien werden die Jugendlichen in einer Ausstellung präsentieren. Außerdem wird es eine Publikation zu diesem Thema von mir geben.“