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Geschichte des ITS im Blickpunkt

Die beiden US-amerikanischen Forscher Jennifer Rodgers und Charles Sharpe haben für ihre Dissertationen Mitte März einige Tage beim Internationen Suchdienst (ITS) recherchiert. Zu den Themen „Geschichte des ITS“ und „UNRRA – United Nations Relief and Rehabilitation Administration“ (Hilfs- und Wiederaufbau- Organisation der Vereinten Nationen) haben die beiden Historiker zahlreiche Unterlagen durchgesehen und Kopien angefertigt. „Mit vielen Informationen fliegen wir in die Staaten zurück“, so die Doktoranden.

Rodgers, die den Internationalen Suchdienst als Mitarbeiterin des US Holocaust Memorial Museum in Washington bereits kennen gelernt hatte, will erstmals die Geschichte des ITS beleuchten. „Dazu liegt bisher noch keine wissenschaftliche Arbeit vor“, berichtete die Doktorandin der Universität von Pennsylvania. „Ich kenne den ITS seit der Öffnung des Archivs im November 2007 und bin noch am Anfang meiner Arbeit. Vermutlich werde ich im Sommer nochmals nach Arolsen kommen.“ Im Mittelpunkt der Dissertation sollen die wechselnden Funktionen des Suchdienstes zwischen 1943 und 2006 stehen. Dabei geht es auch um den Umgang der Deutschen mit ihrer Geschichte, die Auswirkungen des Kalten Krieges und die Erinnerungskultur.

Auf das Thema UNRRA hat sich Sharpe während seiner fünf Tage Aufenthalt in Bad Arolsen konzentriert. Die Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen war eine Hilfsorganisation, die bereits während des Zweiten Weltkrieges am 9. November 1943 auf Initiative der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens und Chinas gegründet wurde. Sie war in Europa bis zum 31. Dezember 1946 tätig und nach Kriegsende von der UNO übernommen worden.

Begeistert berichtet Sharpe über den Umfang der Unterlagen, die zur Hilfsorganisation beim ITS vorliegen. Darunter zählt etwa die Korrespondenz der UNRRA sowie Unterlagen über Displaced Persons. „Ich habe viele Dokumente gesichtet, deren Inhalt ich zurück in den USA in Ruhe auswerten werde“, sagte der Historiker. Sharpe hatte vor seinem Studium für die UNO gearbeitet und bringt daher ein besonderes Interesse an diesem Aspekt der Geschichte mit. „Die Archivöffnung des ITS hatte ich in den amerikanischen Zeitungen verfolgt. Ich fliege mit interessanten Eindrücken zurück.“

Viele Themen hinsichtlich des Zweiten Weltkrieges könnten beim ITS noch recherchiert werden, ist sich Rodgers sicher. „Einen Besuch kann ich daher nur empfehlen.“