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Gespräche in Kasachstan

Parlamentsvertreter im Gespräch mit Vertretern vom Roten Halbmond und ITS-Vizedirektor Djordje Drndarski.

Anfang November hat Djordje Drndarski, Vizedirektor des Internationalen Suchdienstes (ITS), während einer einwöchigen Reise nach Kasachstan mehrere Gespräche mit Vertretern von Regierungsstellen und Archiven geführt. Unterstützung erhielt er dabei vom Kasachischen Roten Halbmond. Ziel war es, auf die Dienstleistungen des ITS und dessen Archivbestände aufmerksam zu machen. „Wir haben gute und fruchtbare Gespräche geführt“, sagte Drndarski. „Das Interesse am ITS ist vorhanden, da es auch bei den Partnern in Kasachstan noch zahlreiche Anfragen zu ungeklärten Schicksalen infolge des Zweiten Weltkrieges gibt.“

Drndarski sprach unter anderem mit Repräsentanten vom Staatsarchiv von Kasachstan, der deutschen und jüdischen Minderheiten im Parlament, des Arbeits- und Sozialministeriums sowie dem Verteidigungs- und Justizministerium. Im Zweiten Weltkrieg diente Kasachstan sowohl als Evakuierungsort für zahlreiche Menschen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion, als auch als Deportationsziel für Völker, die als unzuverlässig eingestuft wurden, wie etwa Russlanddeutsche.

In den vergangenen drei Jahren haben Vertreter des Suchdienstes in Bad Arolsen bereits mehrere Reisen nach Osteuropa unternommen. „In diesem Teil Europas ist die Aufarbeitung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges noch keineswegs abgeschlossen“, erklärte Drndarski. „Der erleichterte Zugang zu vielen Archiven führt deshalb zu einem größeren Interesse und mehr Nachfragen.“