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Informationen zu den Emslandlagern

Im Auftrag des Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager hat Historiker Dr. Hans-Peter Klausch aus Oldenburg vier Tage beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen geforscht. „Ich habe einige Unterlagen gefunden, die im DIZ nicht vorhanden sind. Sie sind für unsere Forschung wichtig“, sagte Klausch erfreut.

Die Emslandlager bildeten 15 verschiedene Konzentrationslager, Straflager der Justiz sowie Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht im Landkreis Emsland. Eine Dauerausstellung im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg erzählt die Geschichte der verschiedenen Lagertypen.

Für diese Ausstellung sowie für eine weitere im ehemaligen Konzentrations- und Strafgefangenenlager Esterwegen hat der Oldenburger Unterlagen beim ITS eingesehen. Der Dokumentation entnahm er präzise Zahlen zum Anteil der jüdischen Häftlinge in den Lagern. Auch zu nationalsozialistischen Massenmorden an den sogenannten „asozialen Justizhäftlingen“ fand Klausch ergänzende Details. „Für die Geschichte der Emslandlager sind die Unterlagen beim ITS sehr wichtig“, so der Historiker.

Namen von Häftlingen hat Klausch in der Zentralen Namenkartei geprüft. Hierbei hat er ausführliche Angaben zu einzelnen Schicksalen von Häftlingen gefunden. „Für eine komplette Überprüfung sollte man immer mehrere Archive anschreiben“, rät Klausch. „Hinweise, die ich beim Staatsarchiv Osnabrück gefunden habe, liegen dem ITS nicht vor und umgekehrt.“

Den Aufenthalt beim ITS nutzte der Historiker auch für Recherchen zu seinen früheren Arbeiten „Strafeinheiten der Waffen-SS und Wehrmacht“. Der Oldenburger hatte vor der Öffnung des ITS-Archivs bereits Einsicht in die Dokumentation nehmen wollen. „Leider erhielt ich damals keinen Zugang. Heute habe ich einige spannende Informationen gefunden, die für meine Arbeiten von Interesse sind.“ Klausch will nun seine Forschungsarbeiten aktualisieren und in Fachzeitschriften veröffentlichen.