a A

Informationsaustausch mit der KZ-Gedenkstätte Moringen

Für die KZ-Gedenkstätte Moringen überprüfen Julia Braun und Stefan Wilbricht zurzeit mehr als 3500 Namen im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen. „Durch die Öffnung des Archivs ist es uns möglich, einen Abgleich der in Moringen vorhandenen Daten mit denen im Archiv des ITS durchzuführen“, so Wilbricht. „Außerdem ist es uns wichtig, die Lebenswege der Opfer vor und nach dem Aufenthalt in Moringen aufzuzeichnen. Das ist nur beim ITS möglich.“

Bei ihrer Namensrecherche haben sich die Historiker in der ersten Woche zunächst einmal auf die Frauen des Konzentrationslagers Moringen bezogen. Das KZ diente nacheinander der Inhaftierung von Männern, Frauen und Jugendlichen. Während der Zeit von Oktober 1933 bis März 1938 wurden circa 1400 Frauen, überwiegend Zeugen Jehovas und Frauen aus dem politischen Widerstand inhaftiert. „Von den Frauen liegen uns fast vollständige Personalien vor. Daher ist die Überprüfung und Identifizierung mit den Originaldokumenten beim ITS relativ einfach. Wir haben schon einige neue Erkenntnisse gewonnen“, berichtet Braun. „Aus den Transportlisten, Zu- und Abgangslisten, aber auch aus den Korrespondenzakten können wir viele Informationen entnehmen, die uns Aufschluss über die Biografien der NS-Opfer geben“, ergänzt Wilbricht.

Die gesammelten Daten werden zunächst in das Archiv der Gedenkstätte einfließen. Das Projekt „Personenrecherche des Konzentrationslagers Moringen“ wird von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten unterstützt. „Die Arbeit ist eine Bereicherung für das Archiv, die Forschung und die pädagogische Arbeit in Moringen“, sagt Wilbricht. „Auch für das jährliche Treffen der ehemaligen Häftlinge ist die Aufarbeitung und Erinnerungsarbeit enorm wichtig“, unterstreicht Braun.