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ITS-Archivar auf Workshop der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft

Auf Einladung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gab ITS-Archivar Karsten Kühnel am 31. März 2009 in Berlin einem internationalen Publikum von Historikern, Archivaren und Vertretern von Gedenkstätten aus Deutschland, Großbritannien, Tschechien, Polen, Weißrussland und der Ukraine einen Überblick über die Zwangsarbeitsbestände im Archiv des Internationalen Suchdienstes. Die meisten der Teilnehmer des viertägigen Workshops, der im Rahmen des EVZ-Forschungsprogramms „Dokumentation der Zwangsarbeit als Erinnerungsaufgabe“ stattfand, sind in laufende Forschungen zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit eingebunden.

„Die Vielfalt der Bestände und das neue Archiverschließungskonzept des ITS stießen auf lebhaftes Interesse“, berichtete Kühnel. Der Archivar stellte die derzeit beim Internationalen Suchdienst angewandte Systematik vor und führte exemplarisch in die wichtigsten Teilbestände ein. Ein zentraler Punkt in seinem Referat waren Überlegungen zur Zugänglichmachung von nachträglich formierten Personaldossiers für sachorientierte Fragestellungen und zur virtuellen Reorganisation ursprünglicher Überlieferungsstränge.

Als eine wichtige Aufgabe bezeichnete er die Reaktivierung historischer Findmittel, um den Zugang zu den Unterlagen für die Forschung bereits nach kurzer Zeit wesentlich zu vereinfachen. Parallel dazu sei die archivische Erschließung nach international anerkannten fachlichen Standards angelaufen. Den Prototyp eines Online-Findbuchs zum Bestand „Konzentrationslager Natzweiler-Struthof“ hat Kühnel bereits erstellt.

Weitere Referate auf dem Berliner Workshop befassten sich mit dem Informationsportal „Zwangsarbeit im NS-Staat“ des Bundesarchivs sowie mit den Archiven in der Ukraine und der Russischen Föderation, in Tschechien und Polen. Ziel des Workshops war ein gegenseitiges intensiveres Kennenlernen der Forschungsprojekte und -einrichtungen, denen die Archive angegliedert sind.

Foto: Podium (von links) Dr. Dieter Pohl (Institut für Zeitgeschichte, München), Karsten