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ITS in Ukraine bekannter machen

Anfang Juli 2012 haben sich Victor Voronin vom Staatlichen Archivdienst der Ukraine und Yarolsav Zhilkin von der staatlichen Kommission für das Gedenken an die Opfer von Krieg und politischer Repression im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen über dessen Aufgaben informiert und sich einen Überblick über die Dokumentenbestände verschafft. Der Besuch fand im Rahmen der in 2010 vom ITS gestarteten Initiative statt, sein Archiv und seine Dienstleistungen verstärkt auch in den osteuropäischen Ländern anzubieten und bekannter zu machen.  

Die beiden Vertreter aus der Ukraine erhielten einen Einblick in das Archiv, die Digitalisierung der Dokumente, die Anfragenbearbeitung und den Bereich der Forschung. Sie führten darüber hinaus Gespräche mit ITS-Vizedirektor Djordje Drndarski und ITS-Historiker René Bienert. „Es war sehr interessant, das Archiv kennenzulernen. Der ITS leistet eine hervorragende Arbeit für die Überlebenden und Familienangehörigen“, unterstreicht Voronin. „Wir werden alles Mögliche unternehmen, um die Familien und Forscher über die Aufgaben des ITS besser zu informieren.“ 

Auch Zhilkin war von dem Umfang der Archivbestände und den Arbeiten im Bereich der Familiensuche und Schicksalsklärung berührt. „Meine Familie war selbst von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen“, erzählt er. „Mein Großvater ist seit dem 22. Juni 1941 verschollen. Ich weiß, wie wichtig es für die Familien ist, Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zu erhalten.“ Aber auch für die Forschung sei der ITS eine gute Quelle. Die Besucher recherchierten selbst in der digitalen Datenbank des ITS, um sich ein Bild zu machen. „Wir haben die ukrainischen Orte Korjukowka und Uman eingegeben und wenige, aber immerhin einige Dokumente finden können“, berichtet Zhilkin. 

„Aus den Gesprächen wurde deutlich, dass ein beiderseitiges Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit besteht“, so Drndarski. Durch den Besuch in Arolsen haben sich die beiden Ukrainer eine Basis geschaffen, um in ihrer Heimat über den Suchdienst zu berichten. „Wir wissen nun, welche Bestände im Archiv aufbewahrt werden, welche Anfragen an den ITS gerichtet werden können und wie die Anfragenbearbeitung funktioniert“, so Zhilkin. „Wir möchten weitere Vertreter und Forscher aus der Ukraine anregen nach Bad Arolsen zu reisen.“ Einen regelmäßigen Austausch im Bereich Archiv und Personenrecherche können sich die Beiden ebenfalls vorstellen.