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ITS-Vertreter führten Gespräche im Baltikum

Der Vizedirektor des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen, Djordje Drndarski, und ITS-Historiker René Bienert haben vom 26. März bis 4. April 2012 Gespräche in den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland geführt. Sie trafen Vertreter von insgesamt 15 Institutionen, darunter die nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften, Außenministerien, Archive, Forschungseinrichtungen und Museen. Ziel der Gespräche war die Information über die Aufgaben und Leistungen des ITS. „Gerade die neuen Möglichkeiten für die Forschung und Bildung waren noch wenig bekannt“, berichtete Bienert.

Der ITS verfügt über einen umfangreichen Dokumentenbestand zur nationalsozialistischen Verfolgung und zum Holocaust in den baltischen Staaten, zur Verschleppung von Zwangsarbeitern sowie zur Emigration nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. „Wir wollen es den Familienangehörigen von Opfern der NS-Verfolgung ermöglichen, noch offene Schicksalsfragen zu klären“, sagte Drndarski. „Zudem streben wir Kooperationen auf dem Gebiet der Forschung an.“

Viele Osteuropäer haben erst seit dem Ende des Kalten Krieges die Chance, ungehindert mit dem ITS in Kontakt zu treten. Zudem kommt die geschichtliche Aufarbeitung der beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts in Osteuropa erst allmählich in Gang. „Da gibt es häufig noch starke Themenüberschneidungen“, erzählte Bienert. „Unsere Gesprächspartner zeigten sich interessiert. Wir werden weitere Informationen austauschen, unsere Websites verlinken und konkrete Forschungsprojekte besprechen.

Foto v.l.n.r.: René Bienert; Grazina Jevgrafoviene, Secretary General Rotes Kreuz Litauen; Birute Raitelaityte, Tracing Coordinator; Djordje Drndarski