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„ITS wichtige Quelle für Forschung“

Vom 29. bis 31. Mai 2011 hat Dr. Wendy Lower von der Universität München den Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen besucht. Sie wollte sich einen Überblick über die im Archiv vorhandenen Dokumente und die Recherchemöglichkeiten verschaffen sowie erste Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit führen. „Das erst Ende 2007 geöffnete Archiv des ITS ist der wichtigste Ort in Europa für neue Forschungen zum Holocaust und seinen Nachwirkungen, insbesondere zur Geschichte der Zwangsarbeit sowie den Bemühungen der Nachkriegszeit um Fürsorge und die Suche nach Familienangehörigen“, so Lower.

Seit dem Mauerfall habe es eine Flut von neu zugänglichem Material für die Forschung gegeben. „Der ITS ist jetzt die nächste große Quelle. Die hier gelagerten Dokumente werden die Fragestellungen der Forschung verändern und viele Projekte auslösen“, ist sich Lower sicher. „Ich wollte mir selbst ein Bild machen vom Archiv und seiner Nutzung.“

In Deutschland fehle es nach wie vor an einem fächerübergreifenden Zentrum zu den Themen Holocaust, Genozid und Menschenrechte, in dem Forschung und Lehre zusammenkommen. Dies sei etwa an der Universität München vorstellbar. „Grundlage hierfür ist eine Zusammenarbeit mit den Gedenkstätten und dem ITS, denn die Basis der Forschung bilden die Dokumente“, sagte Lower. In Washington und Jerusalem gebe es bereits intensive Debatten unter den Forschern über das ITS-Material. „In Deutschland ist dies noch nicht so stark ausgeprägt. Der ITS ist reif dafür, durch eine neue Generationen von Studenten und Professoren für Forschungsarbeiten entdeckt zu werden.“