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Jüdisches Leben in Wolfhagen

Geschichtswerkstatt der Filchner-Gesamtschule Wolfhagen

„Durch die Originalunterlagen im Archiv des ITS kann ich die Schicksale der Juden aus Wolfhagen besser nachvollziehen“, so der 16-jährige Dennis Hojn während der Recherche beim Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen. Gemeinsam mit fünf Mitschülern beschäftigt er sich im Rahmen einer Geschichtswerkstatt der Wilhelm-Filchner-Schule mit jüdischen Leben in Wolfhagen vor und während der Zeit des Nationalsozialismus.

Studienrat Marcus von der Straten möchte zusammen mit seinen Schülern und der Unterstützung von Ernst Klein, „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ Volkmarsen, einen Stadtführer erstellen. „Orte, an denen sich jüdisches Leben abspielte, sollen durch Biografien ergänzt werden“, beschreibt von der Straten das Projekt. Aufbauen kann er dabei auf eine 1987 gezeichnete Stadtkarte Wolfhagens, in der die Wohnhäuser der jüdischen Bewohner verzeichnet sind. „Für die Ergänzung dieses Plans suchen die Schüler nach Informationen." Die Quelle in Bezug auf die einzelnen Schicksale ist dabei das Archiv des ITS, aber auch Fachpublikationen und andere Archive, wie die Staatsarchive Wiesbaden und Marburg sowie Heimat- und Geschichtsvereine.

Die Vorstellung des Stadtführers erfolgt im Zusammenhang mit der Ausstellung „Legalisierter Raub“, die in der Zeit vom 17. Januar bis 7. April 2013 im Regionalmuseum der Stadt Wolfhagen zu sehen ist. „Die Spurensuche nach jüdischem Leben in unserer Stadt gibt uns eine Vorstellung, wie die Menschen unter dem NS-Regime leben mussten“, sagt Schüler Eike Kratzsch. Grundsätzlich seien Jugendliche an diesem Thema der deutschen Geschichte interessiert, meint der Studienrat. Sie hätten auch jüdische Zeitzeugen getroffen. Jedoch gäbe es zu wenig deutsche Familien im Umkreis der Schüler, die über diese Zeitepoche offen sprechen.