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Kulturstaatsministerin Grütters beim ITS

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat sich am heutigen Montag eingehend über die Arbeit des International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen informiert und Einblick in das umfangreiche Archiv genommen. Seit 2013 zählen die rund 30 Millionen Dokumente über die nationalsozialistische Verfolgung, die Zwangsarbeit und das Schicksal der Überlebenden zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Ein wichtiges Anliegen des ITS ist es, den Zugang zu den Beständen weltweit zu erleichtern. „Der Internationale Suchdienst ist ein bedeutender Baustein der Erinnerungskultur und ein einzigartiges Archiv“, betonte Grütters. „Für uns ist es gleichermaßen Verantwortung und Verpflichtung gegenüber den Millionen Opfern des NS-Regimes, die authentischen Zeugnisse zu bewahren und den verantwortungsvollen Umgang mit diesem wichtigen Weltdokumentenerbe zu gewährleisten.“

Die Staatsministerin hob den Stellenwert des Archivs für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen hervor. „Hier werden sowohl das Ausmaß und die Systematik der NS-Verbrechen eindringlich dokumentiert und zugleich ein ganz persönlicher Blick auf das Einzelschicksal ermöglicht. Die Dokumente geben den Toten ihre Identität zurück, die die Nationalsozialisten ihnen nehmen wollten. Diese Papiere geben Einblick in die ersten Schritte des Lebens nach dem Überleben“, erklärte Monika Grütters.

Wie der ITS künftig noch mehr Menschen in aller Welt ermöglichen will, die Dokumente sowohl für Forschung und Bildung, als auch für persönliche Recherchen zu nutzen, stand im Mittelpunkt der Gespräche mit ITS-Direktorin Floriane Hohenberg und Paul Dostert, dem Vorsitzenden des Internationalen Ausschusses, der die Richtlinien für die Arbeit des ITS festlegt. „Mit dem neuen Online-Archiv des ITS bieten wir im Internet ein Fenster zur Sammlung des ITS. Dieses Fenster möchten wir weiter öffnen, denn der Wert des Archivs steigt mit der Zahl der Menschen, die damit arbeiten“, erläuterte Hohenberg das Hauptziel des ITS für die kommenden Jahre.

Die Direktorin präsentierte den ITS als Institution im Wandel, die durch eine stärkere Vernetzung international sichtbarer werden will und zugleich vor Ort die Konservierung und Digitalisierung der wertvollen Dokumente fortsetzt. „Wir sind froh, dass uns die Bundesregierung durch den Bau des dringend benötigten neuen Archivgebäudes in unseren Aufgaben unterstützt“, so Hohenberg. Das Gebäude soll durch einen Ausstellungsraum ergänzt werden, der Besuchern die Einmaligkeit des Weltdokumentenerbes vermitteln wird.

Der ITS wird aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin finanziert. 2016 beträgt die Förderung rund 14 Millionen Euro.