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Massaker am 12. April 1945 in Offenburg

Volker Ilgen hat eine Woche im Auftrag des Stadtarchivs Offenburg beim International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen recherchiert. Im Archiv ging er über 40 Lebenswegen nach und suchte nach Informationen zur Verfolgung. „In Offenburg wurden im März/April 1945 über 600 Häftlinge eingesetzt, um dort Bomben zu entschärfen und beschädigte Bahngleise zu reparieren“, erzählt der Historiker. „Am 12. April 1945 wurden in der Artilleriekaserne 41 von ihnen bestialisch ermordet, da sie für die Evakuierung vor den heranrückenden französischen Truppen zu schwach waren.“

Das Kommando unterstand verwaltungstechnisch dem KZ Natzweiler. „Während der Recherche im ITS konnte ich gewisse Muster der Lebens- beziehungsweise Leidenswege erkennen“, so der Historiker. Dawid Orenbach, geboren im Jahr 1927 wurde vom Konzentrationslager Auschwitz nach Sachsenhausen, Flossenbürg und letztlich Natzweiler überstellt. „Einer der typischen Schicksalswege“, weiß Ilgen. „Einige andere Häftlinge wurden von der Gestapo Nürnbürg/Fürth verhaftet und kamen über das Zuchthaus in Bayreuth und das KZ Flossenbürg nach Natzweiler/Kommando Offenburg.“

Die Aufarbeitung der Schicksale von den Ermordeten sei ein erster Schritt, aus dem weitere Projekte wachsen können. „Wohin die Reise geht, ist noch offen“, so der Historiker. „Hinweistafeln, Aufsatzpublikationen oder Veröffentlichungen auf der Website – all diese Dinge sind möglich.“