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Modell für das MPI in Sarajevo

Fünf Vertreter vom Institut für Vermisste Personen (MPI) und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Sarajevo haben für zwei Tage Einblick in die Arbeit des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen genommen. Im Mittelpunkt ihres Interesses stand die Zentrale Namenkartei des ITS, die den Schlüssel zur Dokumentation über die Verfolgung unter dem Nationalsozialismus bildet. „Ihr Aufbau kann uns als Modell dienen“, sagte MPI-Direktor Amor Masovic.

Das MPI sammelt Informationen über Vermisste infolge der Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien und will eine Zentrale Datenbank aufbauen. Sie soll die Suche nach Vermissten und Auskünfte an Familienangehörige erleichtern. Und die Registratur soll den Streit beenden helfen um die genaue Anzahl der Opfer und Vermissten. „Es ist uns wichtig, die Informationen von verschiedenen Organisationen und Einrichtungen zu zentralisieren“, sagte Masovic. „Wir stehen aber erst am Anfang.“ Von den Arbeitsbedingungen des ITS, einer vergleichbaren politischen und finanziellen Unterstützung der Arbeit und einer umfassenden Dokumentensammlung sei das MPI noch weit entfernt.

Sein Kollege Marko Jurisic zeigte sich besonders beeindruckt vom Stand der Digitalisierung. „Die Datenbank wird von großem Wert für die Forschung sein“, so der Direktor. Das IKRK, das den ITS in Bad Arolsen leitet, will das MPI unterstützen beim Aufbau einer Datenbank und einer Dokumentensammlung sowie der Beantwortung von Anfragen durch Familien. Milan Bogdanovic, der dritte Direktor des MPI, hatte dazu in Bad Arolsen auch einen sehr persönlichen Ansatz. Er fragte nach seinem Onkel Milan Polimac, der während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter in Österreich war und dessen Dokumente Bogdanovic im Archiv einsehen konnte. „Insofern hat mich der Besuch in Arolsen nicht nur beeindruckt, sondern auch berührt."