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Nachforschungen zum Zwangsarbeiterlager Ohrdruf

Hobbyforscher Klaus-Peter Schambach hat drei Tage beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen Unterlagen zum Häftlingslager Ohrdruf gesichtet. Wie das Lager aufgebaut war, ob es als eigenständiges und drittes Konzentrationslager in Thüringen anzusehen ist und welche Dokumente im Allgemeinen vorliegen, waren die wesentlichen Fragestellungen von Schambachs Recherche.

Der 38-Jährige interessiert sich schon seit vielen Jahren für die NS-Geschichte seiner Umgebung. Die Überreste der Baustelle im Jonastal sowie das bisher wenig dokumentierte Häftlingslager bei Crawinkel haben ihn zu seinen Nachforschungen inspiriert. Das Zwangsarbeiterlager Ohrdruf SIII wurde gegen Ende 1944 als ein Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet.

„Die Besonderheit des Außenlagers ist, dass es vom 14. November 1944 bis zum 15. Januar 1945 als selbstständiges KZ geführt wurde“, berichtet der Hobbyforscher. „Das möchte ich durch meine Arbeit gerne bestätigen.“ Außerdem sollen die Häftlinge im Jonastal ab November 1944 ein unterirdisches Hauptquartier für Hitler ausgebaut haben. „Ich habe schon einige Hinweise, die diese Vermutungen bestätigen“, so der Thüringer.

Beim ITS sichtete er die Listen von Häftlingen, die vom KZ Buchenwald zum Lager Ohrdruf überstellt wurden, Auszüge aus Totenbüchern sowie einzelne Biografien. „Ich habe bereits einige Archive und Gedenkstätten besucht. Beim ITS habe ich noch weitere Informationen gefunden“, freut sich Schambach. Nach einigen Vorträgen und Ausstellungen folgt nun im Mai 2010 ein Buch über die Lager Ohrdruf, Crawinkel und Espenfeld.