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Namen von 100 Häftlingen des Konzentrationslagers Hinzert gefunden

Dr. Beate Welter, Leiterin der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert, hat sich Anfang September drei Tage lang einen Überblick über die Dokumente zum Konzentrationslager im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) verschafft. Sie recherchierte in den Unterlagen zum Lager, studierte Transportlisten und befasste sich mit dem Schicksal einzelner Opfer. „Verschiedene Unterlagen habe ich das erste Mal zu Gesicht bekommen. Zudem sind wir auf zirka 100 neue Namen von Häftlingen gestoßen“, sagte die Historikerin.

Mit Hilfe der Daten und Fundstücke im Archiv des ITS will Welter die Datenbank der Gedenkstätte weiter vervollständigen. Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert war ein vergleichsweise kleines Lager. Zwischen 1939 und 1945 waren hier insgesamt etwa 13.000 Gefangene inhaftiert. Ursprünglich war es als Polizei- und Arbeitserziehungslager für sogenannte „Arbeitsscheue“ eingerichtet worden. Seit Juli 1940 wurden hier auch Fremdenlegionäre aus Frankreich und Widerstandskämpfer aus Westeuropa inhaftiert.

Ab Juni 1943 kamen Zwangsarbeiter aus Osteuropa hinzu. Letztere sollten wegen ihres „nordischen Rasseeinschlags“ auf ihre „Eindeutschungsfähigkeit“ hin überprüft werden, nachdem sie verbotene Beziehungen zu einer „reichsdeutschen“ Frau geführt hatten. „Zu diesem Kapitel forschen wir intensiv seit über einem Jahr“, berichtete Welter. „Durch Kontakte mit ehemaligen Häftlingen und Funde in anderen Archiven haben wir schon Vieles erfahren können.“ Beim ITS konnte die Historikerin jetzt weitere Hinweise aufspüren. „Wir wollen die Schicksale der Opfer möglichst komplett darstellen, und in der Gedenkstätte eine umfassende Darstellung der Geschehnisse im SS-Sonderlager/KZ Hinzert präsentieren. Dafür ist die Recherche beim ITS hilfreich“, so Welter.