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Namenrecherche für das NS-Dokumentationszentrum Köln

Nina Matuszewski und Thomas Roth vom NS-Dokumentationszentrum in Köln haben Anfang Februar eine Woche lang für ihr aktuelles Projekt „Das Schicksal der in das Ghetto Litzmannstadt verschleppten Kölner“ Namen überprüft. „Wir haben bei einem Zehntel der Namen das Schicksal mithilfe der Unterlagen beim ITS klären können“, berichtete Matuszewski. „Meistens haben wir eine Todesmeldung; selten einen Hinweis auf Befreiung.“

Das NS-Dokumentationszentrum wurde 1988 von der Stadt Köln im EL-DE-Haus am Appellhofplatz eingerichtet, welches in der Zeit von 1935 bis 1945 als Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) gedient hatte. Das Hausgefängnis im Keller ist erhalten geblieben und dient heute als Gedenkstätte. Ziel der Einrichtung ist es, das Bewusstsein für Menschenrechte, Demokratie, kulturelle Vielfalt und Gewaltfreiheit zu fördern sowie rechtsextremen Denk- und Handlungsmustern entgegenzutreten.

Das aktuelle Projekt von Matuszewski und Roth soll Schicksale von Menschen darstellen, die von Köln nach Litzmannstadt verschleppt wurden. Knapp 350 Namen wollen die beiden Forscher beim ITS überprüfen. „Die Namen, Vornamen und Geburtsdaten haben wir schon in verschiedenen Archiven, unter anderem in Łódź, in der Kölner jüdischen Gemeinde und in Akten der Oberfinanzdirektion recherchiert“, sagte Matuszewski. „Beim ITS möchten wir anhand der umfangreichen Dokumentation und der Korrespondenzakten zusätzliche Informationen zu denjenigen finden, für die wir noch keine eindeutige Klärung über Todesort und -datum erlangen konnten.“

Insbesondere die Recherche in den Korrespondenz-Akten (sogenannte T/D-Fälle, Tracing/Documents) des ITS sei eine interessante Arbeit, erklärte Roth. „Sie macht neugierig. Hier lassen sich Familienverhältnisse und Migrationsbewegungen erkennen und noch viel schöner ist es zu sehen, dass einige wenige auch überlebt haben.“ Für dieses, aber auch für andere Projekte wollen die Kollegen aus Köln wiederkommen. „Wir sind glücklich über die Informationen, die wir hier finden können und begrüßen die Offenheit der Mitarbeiter“, waren sich Matuszewski und Roth einig.

In Ausstellungen, Publikationen oder interaktiv nutzbaren Datenbanken publiziert das Kölner Dokumentationszentrum neue Erkenntnisse der Forschung, zu denen auch die Transporte in das Ghetto Litzmannstadt gehören werden. Thematisch orientierte Führungen durch den Zellentrakt sowie eine Dauer- und Sonderausstellungen werden angeboten. Die Dauerausstellung präsentiert die Geschichte Kölns im Nationalsozialismus.