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NIOD strebt Datenzugang an

Annemieke van Bockxmeer, Petra Links und Tim Veken vom Nationalen Niederländischen Institut für Kriegsdokumentation (NIOD) haben sich Mitte Oktober zwei Tage über den Dokumentenbestand und die Datenbank des Internationalen Suchdienstes (ITS) informiert. Das Institut ist an einem Zugang zur digitalen Datenbank des ITS interessiert. „Die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und der NS-Verfolgung hat in den Niederlanden zugenommen“, berichtet Archivarin van Bockxmeer. „Es erscheinen viele Bücher und unsere Forschungsabteilung wächst weiter.“

Die Dokumente aus dem Archiv des ITS seien für die Forschung in den Niederlanden bedeutsam, versichert Links. „Die Bandbreite hat mich beeindruckt. Neben Listenmaterial gibt es etwa auch Zeugenaussagen oder Unterlagen zur NS-Administration. Die Dokumente werden unsere Sammlung gut ergänzen“ Zwei Tage seien allerdings zu kurz, um einen tieferen Einblick zu gewinnen, räumt van Bockxmeer ein. „Wir haben realisiert, dass es noch viel zu lernen und zu entdecken gibt.“

Alle elf Mitgliedsstaaten des Internationalen Ausschusses, dessen Aufgabe die Kontrolle der Arbeit des Suchdienstes ist, können eine digitale Kopie der Dokumentenbestände erhalten. Zu den Mitgliedsstaaten gehört auch die Niederlande. NIOD wird im Dezember das Zentrum für Studien über den Holocaust und Völkermord integrieren. „Ein weiteres Argument dafür, dass die Dokumente des ITS für uns von großem Interesse sind“, sagte van Bockxmeer. „Wir sind aber noch im Planungsstadium. Eine konkrete Anfrage haben wir noch nicht gestellt.“

Die Niederländer streben einen externen Zugriff auf die digitale Datenbank an. Sie möchten keine physische Kopie der Daten erhalten. „Angesichts der Masse an Informationen macht es Sinn, die bestehende Technologie zu nutzen“, erläutert IT-Experte Tim Veken. Mögliche Probleme bei der Nutzung des digitalen Archivs im Hinblick auf Datenschutzrichtlinien sehen die drei NIOD-Mitarbeiter nicht. „Wir haben dieselben Regelungen“, so van Bockxmeer.