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Oberhausen während des Nationalsozialismus

Zum Thema Nationalsozialismus in Oberhausen hat Anfang Januar 2012 Clemens Heinrichs, Leiter der Gedenkhalle der Stadt Oberhausen, recherchiert. Beim Internationalen Suchdienst (ITS) hat er hierfür zahlreiche Dokumente zu Einzelschicksalen eingesehen. „Ich stoße immer wieder auf neue Opfernamen und Dokumente, die mir bisher unbekannt waren“, freut sich der Wissenschaftler. „Als ich beim ITS anfing zu recherchieren, sind mir die Augen aufgegangen. Allein die ungeheure Anzahl der Namen in den Listen und Einzeldokumenten macht auf erschreckende Weise das weitverzweigte System von Verfolgung und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus anschaulich.“

Im Dezember 2010 wurde in Oberhausen die neue Dauerausstellung mit den drei Themenschwerpunkten „Oberhausener Stadtgeschichte 1933 – 1945“, „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ und „Gedenken und Erinnern in Oberhausen“ eröffnet. „Schon damals hat eine Honorarkraft für uns im Archiv des ITS nach Dokumenten und Schicksalswegen geforscht“, erinnert sich Heinrichs. „Doch leider wurde damals noch nicht klar, was wir alles in der Ausstellung hätten berücksichtigen können.“

Die Ergebnisse seiner jetzigen Recherchen sollen hauptsächlich in den Katalog zur Dauerausstellung einfließen, der im September 2012 erscheinen soll. „Dieser wird die Ausstellung auch um Biografien von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung in Oberhausen und Aufsätzen zur Stadtgeschichte mit dem Schwerpunkt ‚Zwangsarbeit‘ erweitern“, erklärt der 48-Jährige.

Eine Liste zu jüdischen Bürgern, die von Oberhausen nach Düsseldorf verschleppt und von dort nach Riga deportiert wurden, ist eines der Dokumente aus dem Archiv des ITS, die Heinrichs bisher unbekannt waren. Auch Lebenswegen von Zwangsarbeitern geht der Wissenschaftler nach. „Die Listen aus den DP-Camps, aus Krankenhäusern oder auch die Korrespondenzakten helfen enorm, die Schicksale der Opfer in Oberhausen nachzuzeichnen“, unterstreicht er.