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Online-Findbuch zur NS-Lagergeschichte

Der International Tracing Service (ITS) hat im Mai 2016 auf dem Portal EHRI eine Suchkartei veröffentlicht, die zwischen 1970 und 1982 aufgebaut wurde und in erster Linie als Hilfsmittel für die Arbeit der ITS-Mitarbeitenden diente. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Aufbereitung der Informationen für heutige Nutzer als Online-Findbuch unterstützt.

Hinweise zu Dokumenten über Konzentrations- und Vernichtungslager, Ghettos sowie weitere KZ-ähnliche Lager NS-Deutschlands sind der Inhalt eines neuen Findbuchs, mit dem der ITS den Zugang zu seinen bedeutenden Sammlungen erleichtert. Forschende und alle Interessierten haben nun die Möglichkeit, sich auf dem Portal der European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) über diesen Dokumentenbestand des ITS zu informieren.

EHRI verfolgt die Aufgabe, der Holocaust-Forschung durch mehr Wissen über Quellen und Archivbestände eine breitere Basis zu geben. Zu den in dem ITS-Findbuch beschriebenen Dokumenten zählen Unterlagen, die von den NS-Behörden und Organisationen erstellt wurden, darunter Erlasse und Befehle des Reichssicherheitshauptamtes sowie allgemeine Befehle und Anordnungen aus einzelnen Konzentrationslagern. Hinzu kommen Dokumente, die auf Veranlassung der Alliierten und humanitärer Organisationen erstellt wurden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Berichte über die Zustände in den Haftstätten und das Schicksal von Zeugen. Aus diesem Grund bezieht sich das Findbuch auf einen Zeitraum zwischen 1933 und 1979. Wie in anderen Sammlungen des ITS sind Teile der vorliegenden Dokumente Kopien aus Beständen anderer Institutionen, wie dem Bundesarchiv und dem Institut für Zeitgeschichte. Der ITS hat systematisch Kopien für die Ergänzung der eigenen Sammlung in sein Archiv integriert, um als zentrale Stelle Auskünfte über das Schicksal NS-Verfolgter geben zu können.

Bei dem nun online veröffentlichten Findbuch handelt es sich um eine Suchkartei, die zwischen 1970 und 1982 vom ITS überwiegend als Unterstützung für die internen Arbeitsprozesse angelegt wurde. Aufgrund der Suchtätigkeit des ITS und der dadurch bedingten Erfassung von Informationen auf Einzelblattebene geht auch das Findbuch teilweise über den Umfang der klassischen archivischen Erschließung hinaus und bietet tiefergehende Hinweise auf die Inhalte der Dokumente. Die Vorbereitung der Onlinestellung – eine sogenannte Retrokonversion – wurde von der DFG unterstützt und seit 2014 durchgeführt. Die Publikation bestehender, institutionseigener Findmittel ist eine von zahlreichen Maßnahmen, mit der der ITS Schritt für Schritt den Zugang zu dem bedeutenden, als Weltdokumentenerbe geschützten Archiv erleichtert.